Bush kritisiert israelische Offensive in Autonomiegebieten
Israel kommt nicht zur Ruhe

Die neue Vermittlungsmission des amerikanischen Nahost-Gesandten Anthony Zinni ist von anhaltender Gewalt überschattet. Wenige Stunden vor der Ankunft Zinnis in Israel rückten israelische Panzer am Donnerstag weiter in autonome palästinensische Städte im Westjordanland vor.

wiwo ap RAMALLAH. Bei einem Bombenanschlag militanter Palästinenser wurden im Gazastreifen drei Israelis getötet. Bei Straßenkämpfen wurden ferner drei Palästinenser getötet.

Die Bombe im Gazastreifen detonierte nach Angaben der Armee neben einem Panzer, der einen Konvoi von Zivilfahrzeugen begleitete. Rundfunkberichten zufolge wurde ein Mensch sofort getötet, die beiden anderen verbrannten bei lebendigem Leib in einem Fahrzeug hinter dem Panzer. Zwei weitere Personen wurden verletzt. Der Sprengsatz sei offenbar ferngezündet worden, hieß es. Zu dem Anschlag bekannte sich die Demokratische Front für die Befreiung Palästinas.

In Bethlehem erschossen militante Palästinenser zwei als israelische Informanten verdächtigte Landsleute. Als sie eine der Leichen an einem Haus am Krippenplatz vor der Geburtskirche aufhängen wollten, griff palästinensische Polizei ein und vertrieb die Täter. Israelische Panzer drangen unterdessen weiter in die biblische Stadt vor. Einige näherten sich dem Krippenplatz bis auf 250 Meter.

Entgegen ersten Meldungen in der Nacht zogen sich die israelischen Truppen doch nicht aus der im Westjordanland gelegenen Stadt Ramallah zurück. Ein israelischer Oberst sagte, Panzer hätten lediglich aus taktischen Gründen ihre Positionen verändert. Die Operation in der Stadt sei aber noch nicht nicht abgeschlossen. Zuvor verlautete aus palästinensischen Sicherheitkreisen, israelische Panzer hätten nach zweitägiger Besetzung gegen 02.00 Uhr mit dem Rückzug aus Ramallah und dem nahe gelegenen Flüchtlingslager Amari begonnen. Bei Gefechten mit israelischen Soldaten wurden nach palästinensischen Angaben am frühen Donnerstagmorgen drei Palästinenser getötet.

US-Präsident George W. Bush kritisierte die israelische Offensive in den palästinensischen Autonomiegebieten indessen in ungewohnt direkter Form. "Offen gesagt ist es nicht hilfreich, was die Israelis in letzter Zeit getan haben", sagte Bush vor Journalisten im Weißen Haus. Er forderte Israelis und Palästinenser auf, "hart zu arbeiten, um die Voraussetzungen für eine mögliche Beilegung des Konflikts zu schaffen". Die Vermittlung der USA habe das Ziel, Menschenleben zu retten, sagte Bush, dessen Gesandter Zinni am Donnerstag in Israel erwartet wurde.

Powell telefoniert mit Arafat

Nach Angaben des Beraters von Jassir Arafat, Nabil Abu Rdeneh, telefonierte US-Außenminister Colin Powell am Mittwochabend mit dem palästinensischen Präsidenten. In dem 35-minütigen Gespräch sei es um die Mission Zinnis und die Besetzung Ramallahs gegangen.

Am Mittwochabend drangen zwei Palästinenser in eine jüdische Siedlung im Westjordanland ein und verletzten einen Israeli schwer. Der Zwischenfall ereignete sich in Nahliel, nordwestlich von Ramallah, wie Vertreter der Siedler und der Streitkräfte mitteilten. Die Angreifer hätten ihr Opfer niedergestochen. Im Gazastreifen eröffnete ein Palästinenser das Feuer auf ein israelisches Fahrzeug. Soldaten hätten zurückgeschossen und den Mann getötet, teilte die Armee mit.

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