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Bush redet, führende Indikatoren klettern – Wall Street im Aufwind

Es geht wieder aufwärts an den US-Börsen. Zur Mittagsstunde handelt der Dow Jones mit 50 Punkten im Plus auf 10.047 Zählern, die technologie-orientierte Nasdaq handelt noch mit einem minimalen Verlust nahe des Schlusskurses von gestern und damit über 2000 Punkten.

Zwei Faktoren haben dem Markt aus seinem morgendlichen Tief geholfen: Zum einen sagt US-Präsident George W. Bush, es gebe im Senat ausreichend Unterstützung für das Wirtschaftsförderpaket der Republikaner. Lediglich Unstimmigkeiten mit leitenden Demokraten, was die staatliche Gesundheitsvorsorge betrifft, stünden dem Paket jedoch im Weg. Senator Tom Daschle, demokratischer Mehrheitsführer im Senat, zeigte sich indes enttäuscht, dass die Republikaner sich geweigert hätten, beim Thema Gesundheitsvorsorge einzulenken, fügte aber hinzu, dass die Demokraten für weitere Gespräche offen sind. Anlegern gibt das Hoffnung, ebenso wie die Nachricht, dass der Index der führenden Indizes den zweiten Monat in Folge gestiegen ist.

Das Handelsbilanzdefizit ist indes im Oktober auf 29,4 Milliarden Dollar angestiegen, höher als Analysten erwartet hatten. Im Vormonat war es gesunken und hatte lediglich bei 19 Milliarden Dollar gelegen, was allerdings den zahlreichen Kapitaltransfers von Versicherungen nach den Terroranschlägen des 11. Septembers zuzuschreiben war.

Stärkste Stütze für den Dow ist zur Wochenmitte das Papier der Citigroup . Investoren gefällt, dass die zweitgrößte US-Bank im kommenden Quartal einen Teilbereich der Versicherungstochter Traveler?s selbstständig an die Börse bringen will. Es handelt sich dabei um einen 20 Prozent Anteil an der Traveler?s Property Casualty Gesellschaft, die auf Immobilien-, Hausrat- und Haftpflichtversicherungen spezialisiert ist. In der zweiten Phase sollen die verbleibenden Anteile bis Ende 2002 an die Aktionäre ausgegliedert werden. Mit einem Plus von 3,8 Prozent stärkt die Aktie nicht nur den Standardindex sondern auch die Finanztitel. American Express legt 3,6 Prozent zu.

Mit drei Prozent im Plus notiert zur Stunde die Aktie von Coca-Cola . Das Unternehmen hatte am Morgen bekannt gegeben, dass die Anzahl der weltweit verkauften Getränkekästen im vierten Quartal um vier bis fünf Prozent zulegen würde und man damit exakt im Rahmen der Analystenschätzungen liege. Das Management fügte hinzu, dass das angepeilte Ertragswachstum von 11 bis 12 Prozent für 2001 und 2002 weiter aufrecht gehalten werde.

Auch der Ölriese Exxon gehört zu den großen Dow-Gewinnern. 1,5 Prozent legt die Aktie zu, der Öl-Index klettert sogar um vier Prozent. Ausschlaggebend dafür ist die Nachricht, dass das US-Militär einen iranischen Öltanker beschossen hat, den man für ein irakisches Schiff gehalten habe. Investoren erwarten Ärger in der Golfregion und einen Engpass bei den Öl-Lieferungen, was den Ölpreis in die Höhe treiben und der Branche nutzen würde.

Einige schlechte Nachrichten hatten am Morgen das Geschehen auf dem Parkett beherrscht. Auf den Dow Jones Index drückt nach wie vor Alcoa . Der weltgrößte Aluminium Produzent hat am Morgen eine Warnung ausgesprochen: mit einem für das vierte Quartal prognostizierten Gewinn von nur zehn Cents verfehlt das Unternehmen die Analystenschätzungen um satte 25 Cents. Alcoa verliert 6,7 Prozent.

Auch Motorola sieht sich "auf einem steinigen Weg". Der nach Nokia zweitgrößte Handyhersteller der Welt erwartet für das kommende Jahr einen Umsatzrückgang und hat angekündigt, 9.400 Mitarbeiter zu entlassen. Diese Nachricht drückt auf den gesamten Kommunikationssektor. Motorola verliert sechs Prozent, Konkurrent Nokia gibt zwei Prozent ab, Ericsson verliert 3,3 Prozent.

Unter Druck stehen auch die Chiphersteller und Chipzulieferer. Auf letztere drücken weiter die enttäuschenden Ergebnisse, die Micron Technology vorgelegt hat. Micron, einer der Weltmarktführer für DRAM Chips, hat im ersten Quartal einen Verlust von 352 Millionen Dollar oder 44 Cents pro Aktie eingefahren. Die durchschnittlichen Erwartungen werden damit um fünf Cents verfehlt. Die Aktie von Micron hat in den vergangenen drei Monaten 72 Prozent zugelegt, am Morgen gibt das Papier drei Prozent ab.

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