Bush-Regierung: Kein anhaltender Streit um Irak
USA streben Konsens mit Deutschland an

Die US-Regierung hat ihr Interesse an einer Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen signalisiert. "Wir wollen nicht, dass die vergangenen Streitigkeiten mit unseren Freunden fortdauern", sagte ein hochrangiges Mitglied der US-Regierung dem Handelsblatt. Die Administration - einschließlich des Präsidenten - sei bereit, mit Deutschland zusammenzuarbeiten.

WASHINGTON. Mit Blick auf den Wiederaufbau des Iraks sagte der Regierungsbeamte aus dem direkten Umfeld von Präsident George W. Bush: "Wir würden uns wünschen, dass Deutschland in den Vereinten Nationen eine konstruktive Rolle spielt." Der Uno-Sicherheitsrat werde "sehr bald" über eine Reihe von Resolutionen entscheiden. Außer der Frage der Aufhebung der Sanktionen gegen den Irak gehe es dabei auch um "die Anerkennung der politischen Institutionen", betonte der Mitarbeiter der Bush-Administration.

Dies beziehe sich nicht nur auf die vom ehemaligen US-General Jay Garner geleitete Übergangsverwaltung, sondern auch auf die "Herausbildung von irakischen Führungs-Organen". Anwälte des Weißen Hauses würden derzeit prüfen, in welcher Reihenfolge die einzelnen Schritte stattfinden sollen. "Bei jedem dieser Abschnitte hat die Bundesregierung die Wahl, ob sie zusammenarbeiten oder verhindern will."

Deutschland könne "in vielerlei Hinsicht" einen Beitrag zum Wiederaufbau des Iraks leisten, unterstrich der Spitzenbeamte. "Dieser Prozess hat große Ähnlichkeiten mit der Transformation nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Deutschland verfügt hier über sehr viel Erfahrung", sagt er. Die US-Administration habe zu diesem Thema bereits erste Gespräche mit der Bundesregierung geführt.

Die jüngsten Signale aus Deutschland gäben Anlass zur Hoffnung, sagte der Mitarbeiter der US-Administration. Positive Äußerungen und positive Schritte seien von amerikanischer Seite positiv aufgenommen worden. Er bezog sich dabei auf den kürzlich von Bundeskanzler Gerhard Schröder geäußerten Wunsch nach "intakten transatlantischen Beziehungen". Auch Schröders Eingeständnis, dass einige Bemerkungen aus der Zeit des Bundestagswahlkampfs "überzogen" gewesen seien, habe man in Washington registriert. Auf eine Antwort auf die Frage, ob es bald ein Telefonat zwischen Bush und Schröder gebe, wollte sich der Mitarbeiter der Administration nicht festlegen.

Michael Backfisch
Michael Backfisch
Handelsblatt / Korrespondent
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