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Bush: Republikaner preisen seine Führungsstärke

Prominente republikanische Politiker haben zum Auftakt ihres Parteitags die Führungsstärke von US-Präsident George W. Bush gerühmt und gleichzeitig den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry scharf kritisiert.

dpa NEW YORK. Prominente republikanische Politiker haben zum Auftakt ihres Parteitags die Führungsstärke von US-Präsident George W. Bush gerühmt und gleichzeitig den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry scharf kritisiert.

"Gott sei Dank haben wir George W. Bush zum Präsidenten ... in dieser sehr, sehr gefährlichen Welt", sagte der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani vor den rund 10 000 Delegierten und Gästen im Madison Square Garden von New York. Bush revidierte am Dienstag seine Einschätzung, dass der Krieg gegen den Terrorismus nicht zu gewinnen sei. "Es ist ein Krieg, den wir nicht begonnen haben, aber wir werden ihn gewinnen", sagte Bush in Nashville (Tennessee) vor dem größten US-Veteranenverband.

In einem am Vortag veröffentlichten Interview des US-Fernsehsenders NBC hatte Bush genau das Gegenteil gesagt: "Ich glaube nicht, dass man (den Krieg) gewinnen kann." Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott Mcclellan, versuchte, diese Äußerung zu relativieren. Bush habe nur gemeint, der Krieg könne nicht mit konventionellen Mitteln gewonnen werden.

Auf dem Parteitag der Republikaner, auf dem Bush am Donnerstag offiziell die Kandidatur für eine zweite Amtsperiode annehmen wird, wurde vor allem die entschlossene Politik des US-Präsidenten nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gewürdigt. Damit habe Bush bereits einen Platz in den Geschichtsbüchern, sagte Giuliani. Kerry dagegen sei kein zuverlässiger Politiker, da er ständig seine Meinung in wichtigen Fragen wie dem Kampf gegen den Terrorismus und der Irak- Politik wechsele.

Senator John Mccain, der fünf Jahre in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft verbracht hat, verteidigte den Irak-Krieg. "Ich glaube heute wie früher, dass diese Mission notwendig, machbar und edel war." Die USA hätten nur die Wahl gehabt zwischen einem "Krieg oder einer noch größeren Gefahr". Bush habe sich der "der größten Herausforderung unserer Zeit gestellt", sagte Mccain, der Bush vor vier Jahren bei der Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten unterlegen war und den Präsidenten oft kritisiert hat.

Am ersten Tag des Konvents boten die Republikaner mit Giuliani und Mccain populäre gemäßigte Republikaner auf, die vor allem noch unentschlossene Wähler für Bush gewinnen sollen. Für Dienstagabend standen Reden von Bushs Ehefrau Laura und des Gouverneurs von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, auf dem Programm.

In einer neuen Umfrage hat Bush gegenüber Kerry verlorenen Boden gut gemacht. Bei den drei wichtigsten Wahlkampfthemen - dem Antiterrorkrieg, der Situation im Irak und der US-Wirtschaft - legte Bush sechs bis acht Prozentpunkte zu und führt vor Kerry. Der Wahlausgang ist allerdings noch völlig offen. 48 % der Befragten sprachen sich für Bush aus, 47 % für Kerry.

Auf dem Konvent wurde auch eine Wahlplattform verabschiedet, in der neben der Ablehnung von Abtreibung und gleichgeschlechtlichen Ehen auch das Recht der USA auf einen Präventivschlag festgeschrieben ist. Allerdings sind solche Wahlprogramme, die ohne Diskussion und schriftliche Abstimmung lediglich durch Akklamation vom Parteitag angenommen werden, für den Präsidenten nicht bindend.

Ein Pfeifkonzert gab es auf dem Parteitags, als Mccain auf den Filmemacher Michael Moore anspielte, der versucht habe, den Irak als friedliche Oase darzustellen. In Wirklichkeit sei es "ein Ort der Gräueltaten, Massengräber und Folterkammern" gewesen. Mccain nannte Moore, den er nicht namentlich nannte, einen "hinterhältigen Filmemacher". Moore, der den Bush-kritischen Film "Fahrenheit 9/11" gedreht hat, saß als Kolumnist im Publikum und lachte.

Deutschland wurde ausgebuht, nachdem Giuliani Europäer wegen laschen Umgangs mit Terroristen und die Bundesregierung kritisiert hatte, weil die drei überlebenden Attentäter der Olympischen Spiele von 1972 nach drei Monaten freigelassen worden seien. Sie waren damals mit einer Flugzeugentführung freigepresst worden.

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