Bush sperrt Konten bin Ladens
Jagd auf die Finanziers der Gewalt

Bush nutzt auch die ökonomische Macht der größten Volkswirtschaft der Welt im Kampf gegen den Terror. Die Sperrung von Konten ist nur der erste Schritt, um die blutigen Geldströme zu blockieren.

Wer mit Terroristen Geschäfte macht, wird bald nicht mehr im Geschäft mit den Vereinigten Staaten sein. George W. Bush meint diesen Kernsatz aus seiner gestrigen Rede gegen die internationalen Finanziers des Terrors offenbar bitterernst. Der US-Präsident bringt nicht nur das gesamte Militärpotenzial der Supermacht gegen Osama bin Laden und seine Mordgesellen in Stellung. Bush nutzt nun auch entschlossen die ökonomische Macht der größten Volkswirtschaft der Welt, um eine weitere Front gegen das Terrornetz zu eröffnen. Das ist gut so, das ist folgerichtig, und das ist auch sehr notwendig: Wer den Terroristen aus dem Nahen Osten das Handwerk legen will, muss auch ihre logistischen Verbindungen kappen und ihre Finanzquellen so weit wie nur irgend möglich trockenlegen.

Natürlich wird es mit der Sperrung von ein paar Konten in den USA und Europa nicht getan sein. Die gestrigen Maßnahmen sind nur ein allererster Schritt, um die blutigen Geldströme zu blockieren. Gelingen kann die gesamte Operation nur, wenn alle Banken in den Ländern der Anti-Terror-Koalition mitziehen. Solche Versuche gab es bereits früher. Aber sie scheiterten. Unter dem Eindruck der furchtbaren Attentate können sich Regierungen und Banken jedoch den Forderungen Bushs heute kaum noch entziehen.

Nun sind gerade auch die Europäer gefordert. Deutschland und vor allem Großbritannien gehören nach den bisherigen Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden zu den bevorzugten Geldtransferstationen der Bin-Laden-Gruppe. Die deutschen Banken werden nach der Executive Order des amerikanischen Präsidenten nun schon aus wohlverstandenem Eigeninteresse alles tun, um jedem Hinweis der Sicherheitsbehörden nachzugehen. Aber auch die deutsche Exportwirtschaft, die in den arabischen Ländern traditionell gut vertreten ist, sollte alles tun, um auch nicht den Hauch eines Verdachts auf sich fallen zu lassen.

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