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Bush und Schröder mögen sich wieder

Sea Island (dpa) - Bundeskanzler Gerhard Schröder und US-Präsident George W. Bush haben wieder einen gemeinsamen politischen Nenner. Das erste Gespräch beim G8-Gipfel auf Sea Island (US-Bundesstaat Georgia) wurde von der US-Seite ungewöhnlich positiv bewertet.

Sea Island (dpa) - Bundeskanzler Gerhard Schröder und US-Präsident George W. Bush haben wieder einen gemeinsamen politischen Nenner. Das erste Gespräch beim G8-Gipfel auf Sea Island (US-Bundesstaat Georgia) wurde von der US-Seite ungewöhnlich positiv bewertet.

«Das war das freundlichste Gespräch seit der Zeit vor dem Irak-Krieg», sagte ein enger Mitarbeiter des US-Präsidenten. Es habe früher «unbestreitbar Differenzen gegeben... aber man ist nun auf dem Weg einer sehr starken Annäherung in fast allen Fragen über den Nahen und Mittleren Osten.» Die USA und Deutschland hätten «wieder zueinander gefunden und arbeiten an gemeinsamen Themen».

Auch Schröder hatte zuvor die großen Gemeinsamkeiten zwischen Berlin und Washington betont. Es sei inzwischen auch in Washington klar, dass man militärisch zwar allein siegen könne, ein Frieden aber gemeinsam gefunden werden müsse, betonte er. Bush habe Verständnis dafür, dass Deutschland keine Soldaten in den Irak entsenden werde. «Aber wir sind bereit, uns am Wiederaufbau zu beteiligen... und wir tun das bereits.»

Der US-Präsident «versteht die deutsche Position sehr gut», sagte auch der Bush-Berater, dessen Name nicht genannt werden sollte. Der Streit sei «Geschichte». Das Gespräch habe deutlich länger gedauert als geplant und sei nur wegen des Termindrucks beendet worden.

Bush hatte zu Beginn des Gesprächs mit Schröder die deutschen Anstrengungen für mehr Frieden in der Welt gewürdigt und vor allem den militärischen Beitrag Deutschlands in Afghanistan und auf dem Balkan hervorgehoben. Bush habe sich «ausdrücklich für den Beitrag des deutschen Außenministers» Joschka Fischer für einen Frieden im Nahen Osten bedankt, sagte Schröder.

Der US-Präsident lobte auch die gemeinsame Arbeit an der neuen Irak-Resolution, die am Dienstag den Weltsicherheitsrat passierte. Schröder nannte die Resolution einen wichtigen Beitrag für mehr Stabilität im Irak und im gesamten Nahen Osten. Dem irakischen Volk eröffne sich nun eine neue Chance.

Demokratie könne in den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens nach den Worten Schröders allerdings nicht von außen aufgedrückt werden. Die USA und Deutschland stimmten inzwischen völlig darin überein, dass man andere «nicht bevormunden und ihnen die eigenen Werte aufoktroyieren darf», sagte der Kanzler. Veränderungen der Gesellschaften müssten von innen kommen, und dazu wollten die G8-Staaten ihren Beitrag leisten.

Der Kanzler verwies auf den engen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und politischer Stabilität. Der zu hohe Ölpreis sei sowohl Ergebnis von Spekulationen als auch von «gefühlter und wirklicher Instabilität». Noch sei der Ölpreis für die Konjunktur in Deutschland nicht bedrohlich. Der Ölpreis werde aber sicher ein wichtiges Thema beim Gipfel sein. Auf jeden Fall müsse es mehr Transparenz auf dem Ölmarkt geben.

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