Bush: "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns"
USA bemühen sich um weltweite Allianz gegen Terrorismus

Vor einer Woche wandte sich US-Präsident George W. Bush mit deutlichen Worten an die Welt. In seiner Rede vor dem Kongress sagte Bush: "Jedes Land in jeder Region muss sich jetzt entscheiden - entweder es steht an unserer Seite oder an der Seite der Terroristen."

ap WASHINGTON. Mit den Anschlägen vom 11. September in New York und Washington hat sich die weltpolitische Situation auf dramatische Weise verändert. Die NATO stellte zum ersten Mal in ihrer Geschichte den kollektiven Verteidigungsfall fest; in Berlin wurde ein umfassendes Anti-Terror-Paket verabschiedet; bisherige Verbündete rückten vom afghanischen Taliban-Regime ab, das Osama bin Laden als mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge Gastrecht gewährt hat; frühere Kalte-Kriegs-Gegner der USA reihten sich in die Allianz gegen den Terrorismus ein. Hier ein Überblick zu bisherigen Entwicklungen dieser internationalen Koalition:

PAKISTAN hat sich innerhalb von zwei Wochen zu einem der wichtigsten Verbündeten der USA entwickelt. Zwar ist es mittlerweile der einzige Staat, der das Taliban-Regime als rechtmäßige afghanische Regierung anerkennt, Islamabad hat den USA aber für den Fall eines Militärschlages gegen Afghanistan die Nutzung des pakistanischen Luftraums zugesagt. Die pakistanische Staatsbank sperrte zudem die Konten von 27 Organisationen, denen Verbindungen zu Bin Laden nachgesagt werden. Die Vereinigten Staaten hoben im Gegenzug die wegen Atomwaffentests verhängten Sanktionen gegen Pakistan auf. Der Internationale Währungsfond gewährte Pakistan daraufhin einen Kredit von 135 Mill. Dollar.

USBEKISTAN wird den Amerikanern wahrscheinlich die Nutzung von Luftwaffenstützpunkten erlauben. Unbestätigten Berichten zufolge sollen bereits US-Flugzeuge in der früheren Sowjetrepublik gelandet seien.

TADSCHIKISTAN hat den USA die Nutzung von Luftwaffenstützpunkten für mögliche Angriffe auf das Nachbarland zugesagt.

RUSSLAND will die gegen die Taliban kämpfende Nordallianz stärker unterstützen und hat umfangreiche Waffenlieferungen angekündigt. Moskau hat den USA neben der Nutzung des eigenen Luftraums zugesagt, keine Einwände gegen gleiche Angebote der zentralasiatischen Republiken zu erheben. Der Kreml stellte zudem Geheimdienstinformationen über Afghanistan in Aussicht, die Moskau während des zehnjährigen Krieges gewonnen hat. Im Gegenzug forderte Washington die tschetschenischen Rebellen am Mittwoch auf, ihre Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen zu kappen. Nach Lesart des Kremls ist der Tschetschenienkrieg Kampf gegen den Terrorismus, bisher prangerten die USA in diesem Zusammenhang vor allem Menschenrechtsverletzungen in der früheren Kaukasusrepublik an.

SAUDI-ARABIEN zählte neben Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu den drei Staaten, die das Taliban-Regime anerkannten. Am 25. September brach das Königreich alle Beziehungen zu Kabul ab. Zur Begründung hieß es, Afghanistan unterstütze und beherberge Terroristen. Dem gebürtigen Saudi-Araber Bin Laden wurde schon vor Jahren die Staatsbürgerschaft entzogen. 1992 wurden seine Bankkonten eingefroren und sein Anteil am Familienunternehmen von 350 Mill. Dollar gesperrt. Die Amerikaner setzen für mögliche Vergeltungsschläge gegen Afghanistan auch auf die Nutzung von Stützpunkten in Saudi-Arabien.

SUDAN steht auf der Liste der Staaten, denen die USA Förderung des Terrorismus vorwerfen. Nach Informationen aus US-Regierungskreisen sollen in den vergangenen zwei Wochen 30 Ausländer verhaftet worden sein, denen eine Verbindung zu terroristischen Organisationen nachgesagt wird.

Die NATO stellte nach den Terroranschlägen vom 11.September zum ersten Mal in ihrer Geschichte den kollektiven Verteidigungsfall fest. Die USA wollen nach den Worten ihres stellvertretenden Verteidigungsministers Paul Wolfowitz aber zunächst keine militärische Unterstützung der Partnerstaaten anfordern.

Die EUROPÄISCHE UNION hat den USA für einen Vergeltungsschlag militärische Unterstützung zugesagt. "Die Europäische Union ist bereit, sich an derartigen Aktionen, die gezielt sein müssen, zu beteiligen", erklärten die EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag vergangener Woche auf einem Sondergipfel in Brüssel. Zudem beschlossen sie ein Aktionsprogramm, um den internationalen Terrorismus wirksamer zu bekämpfen.

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