Bushs Rede vor dem Deutschen Bundestag
Kommentar: Die Achse des Guten

Bush hat gesprochen. Die gute Nachricht zuerst: Es gab keine präsidialen Versprecher und Peinlichkeiten, die Würde des hohen Hauses wurde gewahrt. Es war sogar eine staatstragende Rede und dementsprechend beduselt und erleichtert gaben sich die Wahlkämpfer Schröder und Stoiber in den nachfolgenden Instant-Interviews. War das nun tatsächlich eine historische halbe Stunde, wie Gerhard Schröder meint, oder nur der schnelle Zwischenstopp auf dem Weg nach Russland?

Bush hat das gesagt, was er seit dem 11. September immer sagt, wenn es um den Kampf gegen den internationalen Terrorismus geht. Neu jedoch waren seine Worte zu den russisch-amerikanischen beziehungsweise den europäisch-amerikanischen Beziehungen.

Bei aller Freude der deutschen Politiker über diese schmeichelnden Sätze: ob sie Frieden oder Krieg bedeuten, kann auch ein staatsmännisch dreinschauender Edmund Stoiber nicht wissen.

Was meint Bush also wirklich, wenn er die neue Qualität der russisch-amerikanischen Beziehungen würdigt und von einer neuen Partnerschaft mit den Europäern spricht. Will er der Achse des Bösen eine neue Achse des Guten quer über den Atlantik bis hinter den Ural entgegensetzen?

Bushs Worte klingen auch in Deutschland so einfach, machen die Unterteilung in Gut und Böse so leicht, dass es einen schaudert. Erst die Zukunft wird zeigen, was Bush heute mit seinen Worten wirklich gemeint hat. Erst wenn wir wissen, wie Bush seinen Kampf gegen den Terror fortführen will, haben wir Gewissheit.

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