Business Excellence im Pkw-Flottenmanagement
Attraktive Geschäftsfelder und strategische Erfolgsfaktoren im Flottenmanagement

Die sich verändernden Kundenanforderungen, die zu erwartenden gesetzlichen Änderungen im Automobilvertrieb und nicht zuletzt die technischen Veränderungen hinsichtlich EDV und Internet sind erneute Herausforderungen für Serviceanbieter. Ein multinationaler Marktauftritt, ein kreatives, kundenorientiertes Mobilitätskonzept und integrierte EDV-Systeme sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren im dynamischen Wettbewerbsumfeld.

MÜNCHEN/WIEN. Der Markt für Flottenmanagement-Leistungen weist nach wie vor positive Zuwachsraten auf. Bis zum Jahr 2005 wird der europäische Flottenbestand auf ein Volumen von 21,7 Mio. Fahrzeugen ansteigen (Quelle: Datamonitor). Das entspricht einem Zuwachs von 14 Prozent im Laufe von fünf Jahren (2000-2005).

Frankreich ist mit über 6 Mio. Fahrzeugen der größte regionale Markt in Europa, gefolgt von Deutschland mit 4,8 Mio. Fahrzeugen. England, Italien und Spanien liegen dicht auf. Die Anzahl der Dienstleistungsanbieter, die am attraktiven Markt partizipieren, hat sich in Deutschland innerhalb der vergangenen fünf Jahre verdoppelt. Inzwischen sind jedoch erste Hinweise auf eine Konsolidierung zu erkennen.

Das Ergebnis einer A.T. Kearney-Studie zeigt, dass nur 15 Prozent der Flotten-Management-Anbieter im Rahmen der Strategieentwicklung der Frage "Where to compete?" ausreichend nachgegangen sind.

Die Frage umfaßt sowohl die regionalen Marktsegmente wie auch die Zielkundensegmente. Eine Segmentierung der Kundengruppen in Industriecluster ist eine notwendige Bedingung zur fokussierten Geschäftsausrichtung. Unternehmen, die sich auf die unterschiedlichen Anforderungen der ausgewählten Kundensegmente hinsichtlich Preis- und Servicequalität ausrichten, bedienen ihre Klientel sehr erfolgreich und begründen damit ihr Wachstum in neuen Märkten.

Multinationaler Marktauftritt - Europastrategie

Die fortschreitende Internationalisierung und der aufgrund von M&A-Aktivitäten zunehmende Integrationsdruck haben dazu geführt, dass Industrieunternehmen ihre Flottenaktivitäten vermehrt europaweit koordinieren. Die Flottenbetreiber der bislang regional verwalteten Fuhrparks versprechen sich attraktive Kosten- und Effizienzvorteile.

Bisher haben sich nur wenige Anbieter auf diesen Trend eingestellt und sind in der Lage, dem Kunden international einheitliche Konditionen und eine an allen Orten zufriedenstellende Qualität in der Umsetzung anzubieten. Ein funktionierendes grenzüberschreitendes Netzwerk mit Durchgriffsmöglichkeit auf die Tochter-/ Partnergesellschaften sowie integrierte EDV-Systeme zählen zu den zentralen Erfolgsfaktoren. Der am erfolgversprechendsten beschrittene Expansionspfad zur Internationalisierung erfolgt über Fusionen und Akquisitionen. Ein Verweilen auf dem nationalen Markt birgt die Gefahr der Übernahme durch andere europäisch ausgerichtete Dienstleister und erhöht zugleich die Eintrittsbarrieren in den paneuropäischen Markt aufgrund fehlender Infrastruktur und Kapitalstärke.

Namhafte Leasinggesellschaften wickeln heute bereits 40 Prozent des Neugeschäfts mit grenzüberschreitenden Verträgen ab. Zur internationalen Klientel gehören Unternehmen aller Branchen mit einer Flotte von weltweit mehr als 2 000 Fahrzeugen und hohen internen als auch externen Mobilitätsansprüchen. Dem begegnen die Dienstleister mit maßgeschneiderten europäischen Rahmenverträgen, welche den Flottenbetreibern konsistente Servicelevels, 24-Stunden-Bereitschaftsdienst, Bereitstellung von Ersatzwagen, Kostentransparenz und-monitoring, u.v.m. sichern.

Europäische Kunden messen Leasinggeber bereits heute an ihrer Fähigkeit, steuerliche Unterschiede sowie Preisunterschiede im Euroland zu Gunsten des Kunden auszunutzen. Mittelfristig werden Anbieter von Flottenmanagement-Leistungen dadurch zu marktgestaltenden Kräften und Treibern der europäischen Marktharmonisierung.

Mobilitätskonzepte

Das zukünftige Leistungsangebot wird dem übergeordneten Thema Mobilität noch stärker als bisher Rechnung tragen müssen. Der traditionelle Begriff "Flottenmanagement" wird über kurz oder lang verschwinden und durch "Mobilitätsmanagement" ersetzt werden. Nicht mehr das Fahrzeug steht im Mittelpunkt, sondern ein Portfolio von Dienstleistungen zur Verbesserung der Mobilität. Damit gehen die Markterwartungen weit über den bisherigen Mobilitätsgedanken hinaus, der lediglich die Bereitstellung eines Ersatzfahrzeugs, z.B. im Schadensfall, vorgesehen hat.

Kreative Mobilitätskonzepte erfordern strategische Allianzen, um ein Gesamtangebot aus verschiedenen Transportmitteln realisieren zu können.

Vorreiter bahnen bereits Kooperationen an und arbeiten an einem konkreten Leistungsangebot, das dem Kunden die individuell gewünschte Mobilität aus einer Hand anbietet: Das jeweils kostengünstigste oder schnellste oder bequemste Verkehrsmittel (z.B. Auto, Bahn, Bus, Flugzeug) im Rahmen einer kompletten Reiseplanung und-buchung. Die vollständige Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes könnte in zwei Jahren Realität sein.

EDV-Systeme und Internetpräsenz

E-Business hat auch im Flottenmanagement Einzug gehalten und z.B. komfortable Standards für das Online-Reporting und den Fahrzeugabruf etabliert. Durch eine durchgängige Systemunterstützung, wie sie ein webbasiertes Plattformenkonzept realisiert, lassen sich die Prozesskosten um 30-50% reduzieren. Aufgrund der hohen Datenverwaltungsanforderungen bei der Umsetzung einer Europastrategie und eines Mobilitätskonzeptes wird die Informationstechnologie zum strategischen Erfolgsfaktor.

70% der in einer A.T. Kearney Studie befragten Fuhrparkbetreiber setzen technologisch veraltete Systeme ein. Die häufig vorgefundenen IT-Lösungen basieren größtenteils auf Eigenentwicklungen. Diese Systeme haben den Nachteil, dass eine vollständige Integration der entwickelten Insellösungen technisch nicht möglich ist. Aber nur ein durchgängiger Datenfluss von der Angebotserstellung über die Fahrzeugbestellung bis hin zur Fahrzeugverwertung ermöglicht den erwähnten Effizienzgewinn.

Inzwischen ist der zukünftige Standard für EDV-Systeme bereits vorgezeichnet. Individualisierbare, modular aufgebaute und integrierte Systeme mit geschlossenem Extranet-Bereich haben erste Insellösungen technisch bereits abgelöst. Langfristig zeigt die Entwicklung der Systemlandschaft eindeutig in Richtung webbasierte Anwendungen - das Internet wird als "The new face to the customer" mit durchgängiger Geschäftsabwicklung zum gleichberechtigten Vertriebskanal.

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Thomas Becker, A.T. Kearney München, und Dr. Christian Heiss, A.T. Kearney Wien, sind Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung und Berater in der Global Automotive Group von A.T. Kearney Management Consultants.

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