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Butt rettet Leverkusen Remis in Madrid

Jörg Butt hat Bayer Leverkusen bei Real Madrid einen vielleicht entscheidenden Punkt gerettet und alle Achtelfinal-Chancen in der Champions League erhalten.

dpa MADRID. Jörg Butt hat Bayer Leverkusen bei Real Madrid einen vielleicht entscheidenden Punkt gerettet und alle Achtelfinal-Chancen in der Champions League erhalten.

Der 30 Jahre alte Torhüter parierte beim verdienten 1:1 in der 80. Minute in Weltklasse-Manier einen Foulelfmeter von Luis Figo und wurde so zum Helden eines denkwürdigen Fußball-Abends. Zehn Wochen nach der denkwürdigen 3:0-Gala in Leverkusen war der Bundesliga-Elfte vor 70 000 Fans im Bernabeu-Stadion nach der Führung von Dimitar Berbatow (36.) einer erneuten Sensation nahe.

Doch in der 70. Minute traf Raul zum 1:1, stellte damit Alfredo Di Stefanos Eurocup-Torrekord (49) ein und löste einen fulminanten Schlussspurt der lange Zeit konfusen Königlichen aus. Doch nicht nur beim Elfmeter - Juan hatte Zidane zu Fall gebracht - behielt Butt den Überblick. Damit kann Leverkusen im letzten Gruppenspiel, wo Diego Placente gesperrt ist, mit einem Sieg gegen Dynamo Kiew den Einzug ins Achtelfinale aus eigener Kraft perfekt machen.

"Ich hatte eine Ahnung, man hat ja schon ein paar Elfmeter von Figo gesehen", kommentierte Butt seine Glanztat. Der Ex- natiuonalkeeper war aber nur teilweise zufrieden: "Sicher ist ein Punkt in Madrid in Ordnung, wir haben jetzt unsere Ausgangsposition verbessert. Aber eigentlich wollten wir gewinnen." Auch Trainer Klaus Augenthaler trauerte der von Jaczek Krzynowek in der 51. Minute vergebenen Chance zum 2:0 hinterher: "Wir hätten das Spiel für uns entscheiden und uns schon qualifizieren können."

Beiden Teams steckten ihre Punktspiel-Pleiten vom Wochenende in den nationalen Meisterschaften ganz offensichtlich in den Knochen. Die Folge war ein überaus verhaltener Beginn. Während die behutsame Gangart bei Leverkusen beabsichtigt war, hatte man von den "Königlichen" drei Tage nach dem 0:3-Fiasko beim Erzrivalen FC Barcelona einen anderen Auftakt erwartet.

"Unglaublich, wie sich Real präsentiert. Das ist Standfußball", kommentierte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff nach einer halben Stunde die leidenschaftslosen und durchsichtigen Aktionen. Während der neue Real-Trainer Garcia Ramon auf der Trainerbank tobte und fluchte, begann Leverkusen die Gunst der Stunde zu nutzen.

Der Bundesliga-Elfte legte allmählich seine Reserviertheit und startete erste zaghafte Angriffsbemühungen, die konfuse Real- Verteidigung sofort in Verlegenheit stürzte. In der 34. Minute hatte Krzynowek nach einem Abwehrfehler die Führung auf dem Fuß. Zwei Minuten später waren die Leverkusener Angriffsbemühungen aber schon von Erfolg gekrönt: Nach einer Nowotny-Flanke köpfte Andrej Woronin an die Latte, den Abpraller stolperte Real-Verteidiger Walter Samuel in die Beine von Berbatow, der keine Mühe mehr zur Vollendung hatte.

Auch der Rückstand löste bei Real keine Blockade. Mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten die entsetzten Real-Fans zur Pause das Geschehen, die Königlichen kamen aber unverändert aus den Kabinen. Real erhöhte den Druck, nicht aber die Spielkultur. Leverkusen hatte in der 51. Minute durch Krzynowek eine Großchance zum 2:0, wurde dann aber immer passiver. Bis zur 70. Minute plätscherte das Geschehen vor sich hin, ehe Rauls Ausgleich nach toller Vorarbeit von Figo der Partie eine völlig neue Wende gab. Der Treffer wirkte wie eine Befreiung für Real, das plötzlich Powerplay spielte und Möglichkeiten am Fließband hatte. Beim Schuss von Roberto Carlos (74.) reagierte Butt glänzend, bei Rauls Schuss half der Pfosten (77.), bei Figos Elfmeter wieder Butt.

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