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Button-Wechsel Rückschlag für Heidfeld

Nick Heidfeld sucht weiter fieberhaft nach einem neuen Cockpit. Der spektakuläre, inzwischen zum Rechtsstreit eskalierte Wechsel des BAR-Piloten Jenson Button zu Williams-BMW bedeutete einen schweren Rückschlag für den Mönchengladbacher.

dpa BUDAPEST. Nick Heidfeld sucht weiter fieberhaft nach einem neuen Cockpit. Der spektakuläre, inzwischen zum Rechtsstreit eskalierte Wechsel des BAR-Piloten Jenson Button zu Williams-BMW bedeutete einen schweren Rückschlag für den Mönchengladbacher.

"Damit habe ich nicht gerechnet. Ich hatte gehofft, dass ich bei Williams-BMW eine Chance für nächstes Jahr bekomme", räumte Heidfeld seine große Enttäuschung in einem dpa-Gespräch vor dem Großen Preis von Ungarn ein.

Angst vor einem Karriereknick hat "Quick Nick" deshalb aber nicht. "Ich bin mir sicher, dass ich einen Platz bekomme. Die Situation ist besser als letztes Jahr." Damals musste der Rheinländer zum Nulltarif zum Absteiger-Team Jordan, um nicht ganz aus der Königsklasse zu kippen. "Das Karussell dreht sich voll", wies Heidfeld auf die Fahrer-Rochaden hin. "Erst wenn ich am Ende des Jahres noch keinen Vertrag unterschrieben habe, muss ich mir Sorgen machen."

Besonders groß ist die Auswahl im Sommerschlussverkauf der Formel 1 allerdings auch nicht mehr, da die besten Cockpits bereits vergeben sind. Nur beim Aufsteiger-Team BAR ist durch den Button-Absprung unerwartet ein Platz frei geworden. Angeblich überlegt Teamchef David Richards sogar, seinem zweiten Fahrer Takuma Sato den Laufpass zu geben. Dies würde Heidfelds Chancen schlagartig erhöhen, doch noch bei einem Top-Rennstall unterzukommen.

Aber die Konkurrenz steht Schlange: Der von Mclaren-Mercedes verbannte David Coulthard oder die mit aller Macht auf ein Comeback drängenden Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve und Mika Häkkinen dürften angesichts ihrer Erfolge, ihres Marktwerts und ihrer Reputation die besseren Karten haben.

Heidfeld-Manager Werner Heinz ficht das nicht an. "So lange gute Cockpits frei sind, haben wir gute Aussichten", sagte er der dpa in Budapest. Der gewiefte Geschäftsmann aus Trier verhandelt inzwischen nicht nur mit BAR, sondern schon seit längerem auch mit Sauber und Jaguar, die für die kommende Saison ebenfalls Fahrer suchen.

Eine Rückkehr Heidfelds zum Schweizer Rennstall, den Giancarlo Fisichella verlassen wird, erscheint unwahrscheinlich. Jaguar, das Mark Webber verliert und wo Christian Klien auf der Kippe steht, ist eher eine realistische Alternative. Allerdings genießt bei den Engländern der Schotte Coulthard Priorität.

Im Notfall wäre auch Jordan eine Option. "Wir wollen aber nicht mehr umsonst fahren", stellte Heinz klar, dass sein Schützling sich nicht mehr mit einer Punkteprämie abspeisen lassen will. Sich in ein Team einzukaufen, wie das viele Piloten machen müssen, schloss der Manager aus. Heidfeld ist davon überzeugt, dass seine im kaum konkurrenzfähigen Jordan-Ford gezeigten Leistungen - immerhin reichte es bis Budapest zu drei WM-Punkten - ihm auch für nächstes Jahr freie Fahrt in der Formel 1 garantieren. "Da mache ich mir keine Sorgen. Ich bin ganz zuversichtlich."

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