Archiv
BVB in tiefer Krise - Erste Niederlage für Stuttgart

Fan-Blockade und Proteste in Dortmund, Jubel über den Einstand von HSV-Trainer Thomas Doll und eine erfolgreiche Rückkehr von Hannovers Coach Ewald Lienen nach Mönchengladbach - der 9. Spieltag in der Fußball-Bundesliga stand ganz im Zeichen der Emotionen.

dpa DÜSSELDORF. Fan-Blockade und Proteste in Dortmund, Jubel über den Einstand von HSV-Trainer Thomas Doll und eine erfolgreiche Rückkehr von Hannovers Coach Ewald Lienen nach Mönchengladbach - der 9. Spieltag in der Fußball-Bundesliga stand ganz im Zeichen der Emotionen.

Wegen der Finanzkrise und der anhaltenden sportlichen Talfahrt beim BVB gingen die Fans in Dortmund auf die Barrikaden und versperrten den Mannschaftsbussen den Weg. Der nun ebenfalls in die Schusslinie geratene Trainer Bert van Marwijk stellte nach der 0:2-Niederlage gegen den Hamburger SV klar: "Seit heute spielen wir gegen den Abstieg."

Ihre Plätze auf der Sonnenseite verteidigten hingegen der VfL Wolfsburg, Werder Bremen und der FC Bayern München mit souveränen Siegen. Dagegen riss die Serie des VfB Stuttgart: Als letztes Team mussten die Schwaben eine Niederlage hinnehmen, die am Sonntag im baden-württembergischen Derby beim SC Freiburg mit 0:2 doppelt schmerzte. Der VfB bleibt dennoch Zweiter. Dank Ailtons erstem Bundesliga-Tor in Königsblau zum 2:1-Sieg gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 rückte der FC Schalke hinter die Mainzer an Position sechs vor. Freiburg ist vor der "englischen Woche" jetzt Zwölfter.

Der Hamburger SV nutzte die Krise beim einstigen Branchenführer Borussia Dortmund, um seinem neuen Trainer Doll einen gelungenen Einstand zu verschaffen. Doch nach dem 2:0-Sieg im Westfalenstadion durch die Treffer von Emile Mpenza und David Jarolim bekamen auch die Hamburger den Fan-Aufstand zu spüren. Die wütende Meute versperrte alle Ausgänge im Stadion und konnte erst von den BVB-Profis Sebastian Kehl und Christoph Metzelder, die mit Megafonen zu der großen Anhängerschar sprachen, beruhigt werden. Derweil genoss Doll seinen ersten Auftritt. "Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben. Ich freue mich vor allem für die Fans, die endlich mal glücklich nach Hause fahren", sagte der neue HSV-Coach.

Unter Beobachtung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat Wolfsburg beim 3:0 gegen das auf einen Abstiegsplatz zurückgefallene Team des VfL Bochum seine Ambitionen unterstrichen. Pablo Thiam, Diego Klimowicz und Andres D'Alessandro erzielten die Treffer für die Niedersachsen, denen der FC Bayern München und Meister Werder Bremen im Nacken sitzen. Die Bayern entledigten sich ihrer Aufgabe mit dem 2:0-Erfolg bei Hansa Rostock problemlos und kamen durch die Treffer von Willy Sagnol und Mehmet Scholl zu einem späten Sieg. "Wir müssen schnell an die Spitze. Nur das kann unser Anspruch sein", sagte Torhüter Oliver Kahn. Rostock verlor das fünfte Heimspiel in Serie.

Die hohe Kunst der Fußballschule zelebrierte Johan Micoud beim 4:1 Erfolg von Werder Bremen gegen den 1. FC Nürnberg. Der Franzose selbst, Ivan Klasnic, Christian Schulz und Fabian Ernst erzielten die Treffer für den deutschen Meister. "Wenn die Mannschaft so weiterspielt, können wir wieder oben mitmischen", sagte Werder - Manager Klaus Allofs.

Eine erfolgreiche Rückkehr in seine Heimat feierte Ewald Lienen beim 2:0-Sieg von Hannover 96 bei Borussia Mönchengladbach. Die Tore von Per Mertesacker und Steven Cherundolo bescherten 96 erstmals seit dem Wiederaufstieg drei Siege in Serie. "Deshalb werden wir aber unser Saisonziel nicht neu definieren", meinte Lienen, der mit "Herzklopfen" die neue Gladbacher Arena betrat. Die ohne ihren gesperrten Torjäger Oliver Neuville angetretenen Borussen enttäuschten auf der ganzen Linie. "Ein Schweinespiel", befand Trainer Holger Fach.

Dank der Treffsicherheit von Neuzugang Delron Buckley hat sich Aufsteiger Arminia Bielefeld einen Platz im oberen Tabellendrittel gesichert. Der Südafrikaner traf zum 1:0-Sieg gegen Hertha BSC. "Er spielt im Moment sensationell", meinte Bielefelds Finanzchef Roland Kentsch. Beim 1. FC Kaiserslautern hat Trainer Kurt Jara nach der Nullnummer gegen Bayer Leverkusen noch die Rückendeckung des Präsidiums. "Solange wir aber auf einem Abstiegsplatz stehen, sind wir dazu verpflichtet, über bestimmte Dinge zu diskutieren", meinte FCK-Boss Rene C. Jäggi.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%