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BVB-Krise spitzt sich nach 0:2 gegen HSV zu

Finanziell am Abgrund, sportlich auf Talfahrt: Die Krise bei Borussia Dortmund nimmt dramatische Züge an. Auch der vor wenigen Tagen angekündigte Wechsel in der Führungsspitze konnte dem Revierclub nicht zu einer Trendwende verhelfen.

dpa DORTMUND. Finanziell am Abgrund, sportlich auf Talfahrt: Die Krise bei Borussia Dortmund nimmt dramatische Züge an. Auch der vor wenigen Tagen angekündigte Wechsel in der Führungsspitze konnte dem Revierclub nicht zu einer Trendwende verhelfen.

Mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage im Duell mit dem Hamburger SV manövrierte sich die Mannschaft von Bert van Marwijk in den Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga. Anders als bei der Borussia machten sich die personellen Konsequenzen beim Tabellenletzten aus Hamburg bezahlt: Dank der Tore von Mpenza (9. Minute) und David Jarolim (62.) feierte Thomas Doll ein erfolgreiches Debüt auf der HSV-Trainerbank und sein Team den ersten Auswärtssieg der Saison. Vor 78 000 Zuschauern im Westfalenstadion blieb der BVB auch im fünften Heimspiel ohne Sieg.

Nach der neuerlichen Pleite entlud sich der Frust der Fans in Protesten. Noch Stunden nach dem Spiel blockierten sie die Stadientoren und verhinderten die Abfahrt der Spieler. Selbst der designierte Nachfolger von Präsident Gerd Niebaum, Reinhard Rauball, konnte die aufgebrachten Anhänger nicht beruhigen. Erst nachdem sich BVB-Spieler wie Sebastian Kehl und Christoph Metzelder mit Megafon einer Diskussion stellten, entschärfte sich die Situation.

Wie bei den Fans wird auch die Sorge um die Zukunft des Vereins bei Trainer van Marwijk immer größer. "Wir müssen realistisch sein, jetzt spielen wir gegen den Abstieg und müssen ganz neu anfangen." Anders als bei seinem Dortmunder Kollegen hatte HSV-Coach Doll allen Grund zur Freude: "Das war ein Neuanfang für den Verein, die Spieler und natürlich auch für mich. Aber wir sollten jetzt mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben", meinte der Nachfolger von Klaus Toppmöller.

Sowohl Rauball als auch HSV-Coach Doll hatten im Vorfeld der Partie an die zuletzt formschwachen Profis appelliert, alle Reserven zu mobilisieren. Doch diese Therapie schlug zunächst nur beim HSV an. Der wie von Lasten befreit aufspielende Gast ging bereits in der neunten Minute in Führung. Nach Zuspiel des ehemaligen Dortmunders Sergej Barbarez markierte Mpenza mit einem Schuss aus acht Metern seinen zweiten Saisontreffer. Der erstmals seit über zehn Monaten eingesetzte BVB - Keeper Roman Weidenfeller und Nationalverteidiger Christian Wörns befanden sich da noch im kollektiven Tiefschlaf.

Der frühe Rückstand machte den Gastgebern sichtlich zu schaffen: Übernervös und konzeptlos wurden die Angriffe vorgetragen, gewonnene Zweikämpfe und gekonntes Kombinationsspiel blieben Mangelware. Bis auf einen Schuss von David Odonkor (22.) und einen Kopfball von Jan Koller (41.) war HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen ohne Beschäftigung. So hatte der HSV wenig Mühe, das Spiel zu kontrollieren und war dem 2:0 näher als der BVB dem Ausgleich. Folgerichtig verabschiedeten die Borussen-Fans ihre Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Kabine.

Erst nach Wiederanpfiff erhöhten die Dortmunder den Druck. Nach einem Kopfball von Ewerthon klärte HSV-Abwehrspieler Raphael Wicky auf der Linie (47.), fünf Minuten später fand der Brasilianer seinen Meister in Pieckenhagen. Anders als in den vorigen Spielen hielt die HSV-Abwehr dem Druck diesmal jedoch stand. Für die endgültige Entscheidung sorgte Jarolim: Mit einem abgefälschten Schuss aus 14 m versetzte der Mittelfeldspieler dem Gegner den Knockout.

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