Archiv
BVB vor Derby gegen Schalke unter Druck

Michael Meier spricht vom „wichtigsten Spiel der Saison“, Michael Zorc von der größten Chance zur Wiedergutmachung und Bert van Marwijk von einem ultimativen Charaktertest für seine Profis.

dpa DORTMUND. Michael Meier spricht vom "wichtigsten Spiel der Saison", Michael Zorc von der größten Chance zur Wiedergutmachung und Bert van Marwijk von einem ultimativen Charaktertest für seine Profis.

Das Derby gegen den FC Schalke 04 birgt für das Bundesliga- Sorgenkind Borussia Dortmund Gefahren und Chancen zugleich. Geht der Revier-Klassiker verloren, droht eine Zuspitzung der ohnehin prekären Lage. Ein Sieg könnte dagegen erheblich zur Deeskalation beitragen. Nicht nur bei Sportmanager Michael Zorc wächst die Anspannung: "Vor einem solchen Spiel braucht man niemanden zu motivieren. Die ganze Stadt lechzt nach einem Sieg gegen Königsblau."

Nie war der Druck beim BVB vor dem Duell mit dem Erzrivalen größer. Der neue Präsident Reinhard Rauball leitete bereits einen Klimawechsel ein. Zusammen mit Trainer van Marwijk nahm er sich in einer halbstündigen Krisensitzung das zuletzt enttäuschende Team zur Brust. "Dabei haben wir die 50 klarsten Worte gewählt, die die deutsche Sprache hergibt - um alle Dinge zu bereinigen, die es zu bereinigen gibt", sagte der Niebaum-Nachfolger voller Hoffnung auf eine Trendwende.

Doch die scheint in weiter Ferne. Nach wie vor sorgt der wankende Branchenriese fast täglich für negative Schlagzeilen. Die jüngste Absage eines US-Investors, der beim geplanten Rückkauf des Westfalenstadions eine führende Rolle spielen sollte, vergrößerte die Not der Geschäftsführung. Darüber hinaus störte Reservist Lars Ricken mit seiner deutlichen Kritik an van Marwijk die Vorbereitung. Zur Strafe warf ihn der Niederländer aus dem Kader für das Derby. "Das konnte ich nicht einfach so hinnehmen", sagte van Marwijk.

Nicht nur Ricken bekam dessen Verärgerung zu spüren. Der bisher trainingsfreie Mittwoch ist ab sofort gestrichen, die Stammplatzgarantie für diverse Stars in Gefahr. Der Sinneswandel des leidgeprüften Trainers macht Sinn: Nur der erste Sieg gegen Schalke seit dem 14. November 1998 kann verhindern, dass auch seine Arbeit zunehmend in Frage gestellt wird. Manager Meier hofft, dass die prickelnde Derby-Atmosphäre den blutleeren Profis zu mehr Leidenschaft verhilft: "Da kann sich keiner hängen lassen."

Sicher kann sich der Manager jedoch nicht sein. Allzu oft blieben ähnliche Appelle ohne Wirkung. Selbst die Revolte der BVB-Fans nach der Heimniederlage gegen den Hamburger SV am 23. Oktober riss die hoch bezahlten Profis nur für zwei Spiele aus ihrer Lethargie. Unmissverständlich forderte Mittelfeldspieler Florian Kringe seine Mitstreiter zu mehr Engagement auf. "Gegen Schalke muss der Baum brennen."

Wesentlich gelassener blickt die Konkurrenz aus Gelsenkirchen der Partie entgegen. Ungeachtet der 1:2-Niederlage im Uefa-Cup-Spiel bei Feyenoord Rotterdam strotzt der Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah vor Selbstbewusstsein: "Ich bin optimistisch. Wir haben gegen Dortmund lange keine Niederlage erlebt. Das wird auch am Sonntag nicht passieren."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%