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BVB in argen Schwierigkeiten - Werder beendet Krise

Mutlos, ratlos, chancenlos - Borussia Dortmund torkelt weiter den Abstiegrängen entgegen. Der finanziell und sportlich angeschlagene BVB zeigte bei der 0:2-Niederlage beim zuletzt ebenfalls schwächelnden Fußball-Meister in Bremen wieder alle Symptome seiner Krise.

dpa BREMEN. Mutlos, ratlos, chancenlos - Borussia Dortmund torkelt weiter den Abstiegrängen entgegen. Der finanziell und sportlich angeschlagene BVB zeigte bei der 0:2-Niederlage beim zuletzt ebenfalls schwächelnden Fußball-Meister in Bremen wieder alle Symptome seiner Krise.

Fassungslos klagte BVB-Kapitän Christian Wörns: "Wir sind beängstigend weit unten drin." Für die zunächst verunsichert wirkenden Bremer gaben die Dortmunder einen dankbaren Aufbaugegner ab und verhalfen Werder nach dem Durchhänger mit vier Spielen ohne Sieg wieder zu drei Punkten.

"Vom Kopf her sind wir zu unkonstant", stellte Wörns erschüttert fest und wirkte bei der Suche nach Lösungen so hilflos wie viele seiner Mitspieler zuvor auf dem Platz: "Wir können uns ja nicht jede Woche zusammensetzen und jeden einzeln ansprechen, was er zu tun hat." Vor allem in der Offensive präsentierten sich die Dortmunder erschreckend harmlos. Allein die Defensive genügte Bundesliga- Ansprüchen und ließ trotz fehlender Entlastung lediglich den französischen Doppelpack durch Johan Micoud (32.) und Valerien Ismael (55.) zu.

In ungewohnter Offenheit sagte BVB-Trainer Bert van Marwijk: "Es waren nur fünf Spieler, die ihr Niveau erreicht haben." Und der Niederländer zählte auch auf, wen er gemeint hatte: "Weidenfeller, Wörns, Kehl, Brzenska und Jensen." Wörns brachte - ohne die Namen zu nennen - das Hauptproblem der teuren Totalausfälle wie Dede und Tomas Rosicky auf den Punkt: "Die müssen doch wenigstens aggressiv sein, das ist doch nicht zu viel verlangt."

Das zumindest akzeptabel auftretende Defensiv-Quintett des BVB reichte aber bei weitem nicht, den zuletzt schwankenden Meister zu stoppen. Die Leidenschaft habe bei einigen Kollegen gefehlt, kritisierte Wörns. Doch der Kapitän des BVB stieß damit nicht auf Zustimmung bei seinem Trainer. "Das ist das Einfachste zu sagen, aber das ist nicht das Problem", meinte der Coach.

Van Marwijk lobte stattdessen den Gegner. "Ich bin fast ein bisschen eifersüchtig auf meinen Kollegen", sagte der Niederländer und prophezeite: "Die werden am Ende ganz weit oben landen." Von der Form des Meisterjahres sind die Bremer allerdings noch weit entfernt. Auch wenn Trainer Thomas Schaaf behauptete, sein Team habe von Beginn an konzentriert und gut gespielt. Tatsächlich beschönigte der Coach das lange Zeit zerfahrene und unruhige Auftreten seiner Elf, die erst besser ins Spiel fand, als sie die Schwäche des BVB erkannte.

Unsicherheit und Kräfteverschleiß waren nicht zu übersehen, und zum völlig verdienten und ungefährdeten Sieg reichte es nur auf Grund einer Energieleistung und der Schwäche des Gegners. "Heute hatten wir die Mentalität zu gewinnen", sagte Torschütze Micoud angesichts der vorherigen Spiele. "Jetzt müssen wir versuchen, diese Mentalität mit in die nächsten Spiele zu nehmen." Der Abstand zur Spitze ist aber nach wie vor groß. Angesichts der Aussetzer vor dem samstäglichen Sieg müssen "wir wieder versuchen, eine Serie zu starten", forderte Manager Klaus Allofs.

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