BVI meldet für Juli geringere Nettoverkäufe von Aktienprodukten
Fondsanleger bleiben gelassen

Der Juli geht als ausgesprochen schlechter Börsenmonat in die Geschichte ein. Trotzdem haben die Anleger netto kaum Aktienfondsanteile zurückgegeben - zumindest weniger als im Vormonat.

FRANKFURT/M. Gleichzeitig beschränkten sie ihre Nettokäufe von wertstabilen Anlagen wie Geldmarkt- und Immobilienfonds. Das belegt die gestern vorgelegte Juli-Statistik des deutschen Fondsverbandes BVI. Die Veränderungen bewegen sich allerdings im Vergleich zu Monatsdaten aus früheren Zeiten auf recht niedrigem Niveau.

Experten aus der Finanzbranche erklären die verringerten Käufe und Verkäufe teilweise mit dem Sommerloch. "Darüber hinaus ist bei den Anlegern eine gewisse Gelassenheit spürbar, das ist nicht verkehrt", urteilt Manfred Mathes, Vorstand der zur genossenschaftlichen Bankengruppe gehörenden Union Asset Management Holding.

Die Meinungen über die weitere Entwicklung gehen auseinander. "Vieles hängt an der Börsenlage", meint ein Sprecher der zur Deutschen Bank gehörenden Investmentgesellschaft DWS. Er wagt allerdings die Prognose, dass es bei den Aktienfonds tendenziell wieder zu Zuflüssen kommen sollte. Grund: "Auf Aktienprodukte lautende Sparpläne werden immer populärer, und Sparpläne sind ein stabiles Element für die Mittelzuflüsse."

Mark Gunter, Geschäftsführer der Hypo-Vereinsbank-Fondsgesellschaft Activest, erwartet erst "bei deutlich erholten Märkten steigende Zuflüsse zu den Aktienfonds". Mittelfristig werde die Investmentbranche profitieren. Seiner Überzeugung nach dürften sich die Anleger wegen der Vorteile der Risikostreuung stärker von der Direktanlage ab- und dafür der Fondsanlage zuwenden. Trotz seines verhalten optimistischen Ausblicks rechnet er aber für die Branche mit Absatzdaten, "die weit unter den Planzahlen aus dem vergangenen Jahr liegen".

Im Hause der Commerzbank-Fondsgesellschaft Adig glaubt man den Kursboden an den Börsen schon gesehen zu haben. "Die Stimmung ist schlechter als die Lage. Zum breiten Einstieg in Aktienfonds scheint es den Anlegern aber noch zu früh zu sein", meint ein Firmensprecher. Zum Jahresende hin erwartet auch er für die Gesamtbranche Mittelzuflüsse.

Etwas skeptischer klingt Union-Mann Mathes. "Auch wenn es bei den Aktien wieder nach oben geht, glauben wir nicht an eine Änderung der Zuflussstruktur." Er meint damit, dass sich die neu investierten Gelder eher gleichmäßig auf die einzelnen wichtigen Fondsgruppen verteilen dürften. Der Union-Mann beobachtet Ansätze zur breiten Streuung der Anlagemittel.

Genau das deuten zumindest die Juli-Zahlen bereits an. Im Vergleich zum Vormonat reduzierten sich die Nettoverkäufe bei den Aktienfonds auf 584, bei den Rentenfonds auf 534 Mill. Euro. Die in der Vergangenheit favorisierten wertstabilen Fondsgruppen ziehen zwar netto weiterhin Mittel an, allerdings in geringerem Umfang. Geldmarktfonds verbuchten ein Plus von 1 082, offene Immobilienfonds Mittelzuflüsse von 900 Mill. Euro.

Insgesamt errechnet der BVI Mittelzuflüsse bei den Publikums-Investmentfonds in Höhe von 820 Mill. Euro nach 658 Mill. Euro im Juni. Monatsgewinner sind dagegen die auf institutionelle Anleger ausgerichteten Spezialfonds, bei denen sich das Mittelaufkommen mit 4 142 Mill. Euro mehr als verdreifachte. Wenn man die Publikums- und Spezialfondsvolumina addiert, verwaltet die deutsche Fondsbranche per Ultimo Juli 874 (396 plus 478) Mrd. Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%