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BVK: Frühphasenfinanzierungen haben sich 2003 stabilisiert

Die Risikofinanzierung junger Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen (Early stage: Seed und ...

Die Risikofinanzierung junger Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen (Early stage: Seed und Start up) hat 2003 ein Investitionsvolumen von 292,4 Mio. € erreicht. Dies geht aus der Early stage-Statistik 2003 hervor, die der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK) als Teil der im Februar veröffentlichten Gesamtjahresstatistik für den deutschen Private Equity-Markt erstellt hat. Mit diesem Ergebnis hat sich das Investitionsvolumen 2003 auf den Stand der Jahre 1997 (189,7 Mio. €) und 1998 (423,9 Mio. €) eingependelt.
"Wir konnten im laufenden Jahr kein weiteres Zurückgehen der Volumina feststellen, doch bleibt die Situation durchaus noch kritisch", sagt Dr. Thomas W. Kühr, Vorstandsvorsitzender des BVK. "Die fehlende Investitionsbereitschaft und Kapitalknappheit für die Zielgruppe Start ups und junge technologieorientierte Wachstumsunternehmen gefährdet den Innovations- und Technologiestandort Deutschland".
In der Teilstatistik für den Early stage-Markt wurden alle Investitionen und Exits bei Unternehmen in der Seed- (Vorgründungs-) oder Start up- (Gründungs-) Phase berücksichtigt. Die Gesamtjahresstatistik 2003 umfasst alle Segmente der Finanzierung mit Private Equity (Beteiligungskapital): Venture Capital (Early stage und Later stage), Buyouts und Mezzanine-Investitionen. 2003 setzte sich die Verschiebung der Investitionsstrukturen wie schon in den Vorjahren weiter fort: So gewannen Buyouts weiterhin größere Anteile hinzu, während der Anteil des Venture Capital, hier insbesondere im Early stage-Bereich, rückläufig war. Early stage-Investitionen sind naturgemäß stark technologiebezogen. Im Jahr 2003 dominierten Investitionen in Informations-, Medizin-, Bio- und Kommunikationstechnologien mit zusammen 67%. In der geographischen Betrachtung ist eine starke Konzentration der Investitionen auf die Länder Bayern (21,5%), Baden-Württemberg (16,7%) und Berlin (13,5%) zu beobachten. Grund hierfür sind die gut ausgebaute Gründerlandschaft sowie zahlreiche Technologiezentren und wissenschaftliche Einrichtungen in diesen Regionen. Insgesamt 88% der Zielunternehmen waren Firmen mit bis zu 19 Mitarbeitern (44%) und Firmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern (44%).
Die Frühphasenfinanzierung in Deutschland hatte erst Mitte der neunziger Jahre aufgrund eines verbesserten Gründerklimas und geeigneter Exit-Möglichkeiten für Investoren einen starken Aufschwung erlebt. Early stage-Finanzierungen erreichten ihren Höhepunkt im Jahr 2000: Mit 1,6 Mrd. € betrugen sie rund 36% aller Investitionen in Deutschland. Der Grundstein für die positive Entwicklung war jedoch in den Jahren zuvor gelegt worden: Seit Mitte der achtziger Jahre wurden technologieorientierte Unternehmensgründungen staatlich gefördert; 1995 legte die Bundesregierung das Programm "Beteiligungskapital für Technologieunternehmen" auf. Der geplante ERP-EIF Dachfonds, der Venture Capital-Gesellschaften in den nächsten fünf Jahren 500 Mio. € zur Verfügung stellen wird, sei eine große Bereicherung und solle die Initialzündung für eine positive Marktentwicklung geben. Erste positive Effekte aus den zum "High Tech-Masterplan" gehörenden Maßnahmen zur Förderung junger innovativer Unternehmen erwartet die Branche für das Jahr 2005.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 30.03.2004

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