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BVK-Quartalsstatistik: Aufwärtstrend bei Venture Capital

Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - German Venture Capital Association ...

Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - German Venture Capital Association e. V. (BVK) präsentierte am 11. 5. 2004 in Berlin die Statistik für den deutschen Beteiligungsmarkt für das 1. Quartal 2004. Die Höhe der Private Equity-Investitionen in Unternehmen und Fonds lag mit 521,4 Mio. € in den ersten drei Monaten rund 15% unter dem Volumen des Vorjahresquartals.
Von den Direktinvestitionen i.H.v. 521,4 Mio. € flossen 514,1 Mio. € direkt in Unternehmen und 7,3 Mio. € in andere Venture Capital-/Private Equity-Fonds. Auf Erstengagements in 152 Unternehmen entfielen 397,8 Mio. €; auf Folgeengagements in 117 Unternehmen 116,3 Mio. €.
Die in der Statistik erfassten Gesellschaften verfügten per 31. 3. 2004 über ein Portfolio (insgesamt investiertes Kapital) von 18,1 Mrd. €, investiert in 5521 Unternehmen.
Die Entwicklung der Bruttoinvestitionen nach Finanzierungsphasen zeigt, dass Buy outs (250,4 Mio. €) mit 49% nach wie vor dominieren. Expansionsfinanzierungen profitierten von einigen großen Finanzierungsrunden und erreichten mit 174,5 Mio. € den höchsten Wert seit dem 2. Quartal 2002.
Bei den Early stage-Finanzierungen zeichnet sich seit dem 1. Quartal 2003 ein Stabilisierungstrend ab: Mit 86,8 Mio. € verzeichnet der Bereich einen kräftigen Zuwachs von 26,3% gegenüber dem Vorquartal (68,7 Mio. €). Damit wurde das höchste Ergebnis seit dem 4. Quartal 2002 erzielt.
Der regionale Schwerpunkt lag in Bayern mit 51,4% (231,1 Mio. €), wo die zwei größten Transaktionen im 1. Quartal stattfanden, es folgen Nordrhein-Westfalen mit 18,5%, Berlin mit 8,8% und Niedersachsen mit 6,1%.
Den Branchenschwerpunkt bildete, begünstigt durch zwei große Buy outs, der Bereich Medizin mit 34,4% der Investitionen. Die Branchen Kommunikationstechnologie (12,4%), Elektrotechnik (12,2%), Energie (8,7%) und Biotechnologie (6,3%) konnten ihre führende Rolle behaupten.
Das Fundraising erreichte im ersten Quartal ein Volumen von 145,2 Mio. €. Damit liegt die Höhe der von den Private Equity-Gesellschaften eingeworbenen Gelder sowohl unter dem Niveau des Vorquartals (511,9 Mio. €) als auch des 1. Quartals 2003 (204,6 Mio. €).
Die Abgänge des 1. Quartals lagen mit 302,3 Mio. € über dem Wert des Vorquartals (285,3 Mio. €) sowie des Vorjahreszeitraums (173,6 Mio. €). Trade Sales bildeten mit 56,3% erstmals seit dem 1. Quartal 2002 wieder den bevorzugten Exitkanal. Gering fielen die Totalverluste mit 68,3 Mio. € aus. Der Branchenverband führt dies auf die zu Ende gehende Portfoliobereinigung zurück. Darüber hinaus habe sich das IPO-Klima deutlich verbessert.
Für den weiteren Verlauf des Jahres erwartet der BVK eine moderate Steigerung der Investitionstätigkeiten. Das Fundraising hingegen wird sich so lange verhalten entwickeln, wie noch Rechtsunsicherheiten hinsichtlich der Besteuerung von Private Equity-Fonds in Deutschland bestehen. Das Augenmerk großer Fonds wird weiterhin auf Buy outs liegen - somit wird sich die Kapitalknappheit für andere Segmente fortsetzen. Besonders im Bereich Venture Capital bleiben die potenziellen Investoren in Deutschland nach Ansicht des BVK zurückhaltend. Die Fundraising-Aktivitäten könnten demnach häufiger auch außerhalb Deutschlands stattfinden.
Aufgrund der zunehmend positiven Stimmung am Kapitalmarkt rechnet der BVK weiter mit einer positiven Entwicklung bei den Exits.
Die Statistik zum ersten Quartal 2004 sowie Erläuterungen und Grafiken sind abrufbar unter http://www.bvk-ev.de.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 02.06.2004

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