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BVK-Statistik zum dritten Quartal: Positiver Trend bei Venture Capital

Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - German Venture Capital Association ...

Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften - German Venture Capital Association (BVK) e.V. legte am 4. 11. 2003 die Statistik des deutschen Private Equity-Marktes für das dritte Quartal 2003 vor. Nach Angaben von 162 der 196 ordentlichen BVK-Mitglieder gingen die Bruttoinvestitionen (335,7 Mio. €) um 18,0% gegenüber dem zweiten Jahresquartal und um 32,0% gegenüber der Vorjahresperiode zurück. Dies sei vor allem auf das Ausbleiben größerer Buy out-Transaktionen in diesem Quartal zurückzuführen, sagte BVK-Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas W. Kühr. Im erfahrungsgemäß schwächsten Jahresquartal seien die Investitionen der übrigen Finanzierungsphasen erfreulicherweise stabil geblieben.
Im dritten Jahresquartal betrugen die Neuinvestitionen nach Angabe des BVK 423,8 Mio. €. Davon wurden 88,1 Mio. € in Private Equity-Fonds investiert. 335,7 Mio. € flossen als Direktinvestitionen in 297 Unternehmen; im Vorquartal wurden mehr Investitionen (409,6 Mio. €) in weniger Unternehmen (285) getätigt. Das Buy-out-Geschäft macht mit 161,9 Mio. € (48,3%) nach wie vor den Hauptteil der Direktinvestitionen aus, auch wenn sehr große Transaktionen im dritten Quartal ausblieben. Einen leichten Anstieg hingegen verzeichnet die Branche bei Venture Capital-Investitionen (Neuinvestitionen ohne Buy-outs): Mit 173,9 Mio. € zeigt sich ein erneuter Anstieg der Early Stage- und Expansionsfinanzierungen gegenüber dem Vorquartal (170,2 Mio. €). Während Early stage-Investitionen weitgehend konstant bei 20,7% blieben, im Volumen aber von 84,0 Mio. € auf 69,4 Mio. € sanken, erreichten Expansionsfinanzierungen sowohl dem Volumen (101,0 Mio. €) als auch dem Anteil (30,1%) nach einen neuen Jahreshöchststand. Mit 251,2 Mio. € entfielen drei Viertel der Bruttoinvestitionen des dritten Quartals auf Deutschland, der niedrigste Wert in diesem Jahr. Die Auslandsinvestitionen wurden vor allem in Europa getätigt: 5,6% außereuropäische und 19,5 % europäische Investitionen.
Wenig Veränderung zeigt die Investitionsstruktur nach Branchen. Aufgrund einiger mittelgroßer Buy-outs war die führende Branche im dritten Quartal die Konsumgüterindustrie (18,8%), gefolgt vom Maschinen-/Anlagenbau (12,9%) und Chemie/Werkstoffe (12,0%). Mit einigem Abstand folgen die Informationstechnologie (Computer related) (8,1%), Biotechnologie (7,5%), Medizin (6,7%) und Kommunikationstechnologien (2,8%). Die Abgänge erreichten mit 191,8 Mio. € im dritten Quartal einen neuen Höchstwert 2003. Zwar dominieren Totalverluste mit 76,1 Mio. € (39,7%) das Bild, aber die Gesamtentwicklung in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres stimmt optimistisch: Mit 216,9 Mio. € haben die Totalverluste nach Aussage von BVK-Geschäftsführer Dr. Holger Frommann bis jetzt ein Viertel dessen betragen, was im Gesamtjahr 2002 an Verlusten geschrieben wurde. Im Vorjahr hätten sie 942,2 Mio. € erreicht. Dies zeige, dass die große Portfoliobereinigung nun endgültig abgeschlossen sei. Bei den positiven Exits waren Trade Sales mit 35,0 Mio. € (18,2%) wie schon im Vorquartal der am meisten genutzte Exitkanal. Darüber hinaus erreichten Aktienverkäufe mit 14,4% des Exitvolumens einen neuen Höchstwert (27,6 Mio. €).
Der BVK erwartet zum Jahresende 2003 nochmals eine kräftige Belebung des Geschäfts, insbesondere Abschlüsse größerer Buy-out-Transaktionen. Das Investitionsvolumen insgesamt, so Frommann, werde sich somit etwa auf dem Vorjahresniveau halten. Hinsichtlich der Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für Private Equity erwartet der Verband für 2004 erste Erfolge in Einzelfragen: So zeichne sich z.B. bei der steuerlichen Behandlung der Investoren in vermögensverwaltende Fonds erstmals eine Lösung ab, die für Investoren deutlich mehr Klarheit schaffe.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 01.12.2003

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