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Cacau neuer VfB-Hoffnungsträger

dpa STUTTGART. Bankdrücker Cacau ist neuer Hoffnungsträger im Sturm des VfB Stuttgart, Nationalspieler Kevin Kuranyi hingegen muss um seinen Stammplatz kämpfen. Matthias Sammer hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit als VfB-Trainer die Angreifer-Hierarchie des schwäbischen Fußball-Bundesligisten zumindest in Frage gestellt.

dpa STUTTGART. Bankdrücker Cacau ist neuer Hoffnungsträger im Sturm des VfB Stuttgart, Nationalspieler Kevin Kuranyi hingegen muss um seinen Stammplatz kämpfen. Matthias Sammer hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit als VfB-Trainer die Angreifer-Hierarchie des schwäbischen Fußball-Bundesligisten zumindest in Frage gestellt.

"Gut, dass wir etwas Konkurrenz haben", kommentierte Sammer seine überraschende Maßnahme, die Nationalspieler Kuranyi und Philipp Lahm beim 4:2 (2:0) gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 nicht von Beginn an spielen zu lassen.

Der 36-Jährige stärkte jedoch Kuranyi den Rücken: "Er hat nach der EM noch etwas Rückstand, die anderen haben noch etwas Vorsprung. Kevin muss strampeln, aber wer gut ist, setzt sich durch, und ich bin überzeugt, dass er gut ist." Kuranyi, der im Anschluss an seinen 28- minütigem Einsatz nach dem Spiel noch ein Training mit den Ersatzspielern absolvieren musste, gab zu: "Vielleicht fehlt mir noch etwas die Spritzigkeit."

Auf den Punkt topfit war Kuranyis Konkurrent Cacau: Mit seinen drei Treffern (20., 29., 78. Minute) - zudem traf Silvio Meißner (58.) - versetzte er die 45 000 Zuschauer im Daimlerstadion in Verzückung. Er habe nun eine ganz andere Einstellung als in der vergangenen Saison. "Ich war früher zu früh zufrieden. Jetzt habe ich gemerkt, dass ich in jedem Training etwas tun muss und gebe immer Gas", sagte Jeronimo Barreto Claudemir, den alle nur Cacau nennen.

Worte, die der Arbeit liebende Sammer gern vernommen haben wird. Und falls der 23-jährige Brasilianer doch einmal die Zügel schleifen lassen sollte, "dann hat er ein Problem mit mir", kündigte Sammer vorsorglich an. Denn Cacaus Geschichte soll sich nicht wiederholen. In der vergangenen Saison feierte der Stürmer mit zwei Toren an den ersten vier Spieltagen einen Einstand nach Maß, fiel dann aber in ein Tief und aus dem Team.

Mit seiner Maßnahme, die EM-Fahrer Lahm und Kuranyi zunächst auf der Bank zu lassen, traf Sammer eine nach den Trainingseindrücken für ihn "logische Entscheidung, die auch hätte schief gehen können". Nach einer verhaltenen Begrüßung zu Spielbeginn jubelten die VfB-Fans ihrem ehemaligen Mittelfeld-Antreiber nach dem Schlusspfiff frenetisch zu. Da Sammer alles andere als ein Selbstdarsteller ist, musste er zu einem Gang in die Fankurve erst überredet werden. "Ich freue mich, wenn die Leute meinen Namen rufen, aber ich schäme mich auch ein wenig, da als Trainer herauszugehen."

Unterstützung hatte auch VfB-Torwart Timo Hildebrand nötig, dem bei den Mainzer Treffern durch Christof Babatz (48.) und Tamas Bodog (75.) zwei Patzer unterliefen. "Die muss ich beide halten. Wenn ich so spiele, habe ich es nicht verdient, dabei zu sein", kommentierte er die Aussagen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der ihm neben Oliver Kahn und Jens Lehmann gute Chancen für einen Platz im deutschen Tor einräumt. Sammer betonte, dass Hildebrand zu Wochenbeginn noch 40 Grad Fieber gehabt habe und sein "absolutes Vertrauen" genieße.

Mainz nahm die Niederlage nicht allzu tragisch. "Wir können das besser und wir werden das auch besser machen", sagte FSV-Trainer Jürgen Klopp und setzte Augen zwinkernd hinzu: "Beim Spitzenreiter kann man verlieren."

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