Call-by-Call-Verfahren wird von verbrauchern stark genutzt
Hintergrund: Fünf oder sechs Tastendrücke knacken das Monopol

afp BERLIN. Fünf, höchstens sechs Tastendrücke auf dem Telefon reichen aus - schon können Verbraucher über private Firmen telefonieren, faxen oder im Internet surfen. Das Netz des einstigen Monopolisten Deutsche Telekom wird dabei nur als Vehikel genutzt; auch die Abrechnung kommt meist mit der Telefon-Rechnung der Telekom. Vor allem durch dieses Call-by-Call getaufte Angebot haben Konkurrenten von MobilCom (01019) bis zu TelDaFax (01030) und 3U (01078) der Telekom seit 1998 Marktanteile abspenstig gemacht; die meisten suchen inzwischen engere Kundenbindungen.

Für die rasche Ausbreitung von Call-by-Call seit dem Start der Liberalisierung des deutschen Telefonmarktes hat gesorgt, dass es für Nutzer keine feste Bindung an einen Anbieter gibt. Damit können Kunden jedes Mal neu entscheiden, mit welcher Firma sie telefonieren wollen. Nur wenige Unternehmen verlangen heute noch eine Anmeldung. Um dieses Angebot herum hat sich eine ganze Palette von Dienstleistungen entwickelt: So genannte "Router"-Geräte suchen automatisch und in Sekundenschnelle den günstigsten Anbieter für die gewählte Verbindung, umfangreiche Preisverglöeiche finden sich im Internet (etwa bei  www.billiger-telefonieren.de). Die Regulierungsbehörde für Telekom und Post (RegTP) hat rund 400 Firmen eine Lizenz für Call-by-Call erteilt.

Während sich die Unternehmen einen harten Preiskampf um Marktanteile liefern und inzwischen erste Firmen Insolvenz anmelden mussten, kann sich der Verbraucher freuen: Von Ende 1997 bis Anfang 2001 sanken die Tarife etwa für Ferngespräche in Deutschland an Werktagen je nach Tageszeit und Telefon-Verkehrsaufkommen um bis zu 92 %; auch bei Mobiltelefonaten und Auslandsverbindungen gingen die Preise klar zurück. Damit einher ging eine gesteigerte Telefonierlust, von der alle Anbieter profitieren: Verkaufte die Deutsche Telekom 1997 - damals noch allein - 178 Mrd. Gesprächsminuten, kam sie im Jahr 2000 auf 225 Milliarden; die Konkurrenten wuchsen indes mit zusammen 65 Milliarden Gesprächsminuten noch stärker.

Mit mehr oder weniger Erfolg versuchen die Telekom-Konkurrenten längst, Call-by-Call-Kunden für Angebote mit FESTER KUNDENBINDUNG zu gewinnen. Gingen 1999 noch 55% der von Telekom-Konkurrenten verkauften Gesprächsminuten über Call-by-Call, waren es zuletzt noch 45%. Mehr als die Hälfte dieses Gesprächsaufkommens lief über so genannte PRESELECTION-Anbieter, bei denen alle Verbindungen außer Ortsgesprächen über einen Telekom-Konkurrenten abgewickelt werden. 12% dieser Telefonate fiel bei DIREKTANSCHLÜSSEN der Wettbewerber an; hier gingen Kunden ganz weg von der Telekom.

Weitere Hintergrundinformationen zum Telefonmarkt finden sich auf den Internetseiten der  Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation

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