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«Calli» allein: Kohler und Kaenzig verlassen Bayer

Leverkusen (dpa) - In der Führungsetage von Bayer Leverkusen gibt es ein großes Revirement. Offiziell bestätigt wurde der Wechsel von Jung-Manager Ilja Kaenzig zum Liga-Rivalen Hannover 96.

Leverkusen (dpa) - In der Führungsetage von Bayer Leverkusen gibt es ein großes Revirement. Offiziell bestätigt wurde der Wechsel von Jung-Manager Ilja Kaenzig zum Liga-Rivalen Hannover 96.

«Es ist klar, dass er zum 1. Juli nach Hannover geht», erklärte Bayer-Geschäftsführer Reiner Calmund. Auch Sportdirektor Jürgen Kohler, der als neuer Chefcoach beim VfB Stuttgart im Gespräch ist, wird den Tabellendritten der Fußball-Bundesliga verlassen. «Für mich ist das Thema durch», sagte Finanz-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der selbst im kommenden Jahr zur Deutschen Fußball Liga (DFL) wechselt.

«Bis vor kurzem sprach man noch von unserem personellen Wasserkopf. Jetzt heißt es schon: Calli allein im Haus», meinte Calmund angesichts der drohenden Verwaisung der Bayer-Chefetage. Besonders hart ist für ihn der Verlust seines Ziehsohns Kaenzig. «Ich halte es für falsch, dass er geht und bin enttäuscht», sagte er. Für ihn ist der 30-jährige Schweizer als Fußball-Manager «in diesem Alter fast unschlagbar».

Denkbar wäre, dass sich Kaenzig in Hannover als erster Mann seine Meriten verdient und danach Calmunds Erbe antritt. «Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen», sagte Calmund. Wie 96-Präsident Martin Kind mitteilte, wird Kaenzig einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Option erhalten. Dies würde genau in den Lebensplan von Calmund passen. «Ich werde mich definitiv 2006/07 aus der Bayer-Führung zurückziehen. Daran ändert auch die jetzige Situation nichts», sagte der mächtige Manager. Vertrauen kann er bei der Planung für die neue Saison zunächst noch auf seinen Finanz-Experten. «Ich werde Calli nicht im Regen stehen lassen», sagte Holzhäuser, den die DFL gern schon eher in Frankfurt gehabt hätte.

Beschlossen ist auch der Abschied von Ex-Weltmeister Kohler, der im vergangenen Jahr in ärgster Abstiegsnot Sportdirektor bei Bayer, aber mit seinem Schreibtisch-Job nie glücklich wurde. Auch im Fall eines Scheiterns der seit Wochen andauernden Verhandlungen mit den Stuttgartern über die Nachfolge von Felix Magath ist die weitere Zusammenarbeit wohl kein Thema mehr. «Seit einem halben Jahr steht für mich fest, dass ich als Trainer arbeiten möchte», sagte Kohler in einem Interview mit dem Sportmagazin «Kicker». Dass er aus seinem bis 2008 datierten Vertrag ablösefrei aussteigen kann, wurde ihm von Calmund schon zugesichert.

Trotz des Erreichens der Champions-League-Qualifikation und der Aussicht auf Millionen-Einnahmen wollen die Leverkusener bei der Planung für die Saison 2004/2005 ökonomische Vorsicht walten lassen. «Wir bleiben bis 2006/2007 auf Konsolidierungskurs - dies wird uns leichter fallen, wenn wir die Champions League erreichen», so Holzhäuser. Und wenn der brasilianische Weltmeister Lucio verkauft werden kann und die gewünschte Ablösesumme von 15 Millionen Euro einbringt. Der Verteidiger wurde zu Verhandlungen beim FC Bayern München erwartet, hieß es.

Im Profibereich steht der Wechsel von Nationalstürmer Oliver Neuville zu Borussia Mönchengladbach fest. Auch der Weggang von Mittelfeld-Ass Yildiray Bastürk scheint besiegelt. «Die Chancen, dass ich bleibe, sind minimal», sagte der Türke. Als Zugänge für die neue Spielzeit stehen bisher wohl nur Andrej Woronin (vom 1. FC Köln) und Jacek Krzynowek (1. FC Nürnberg) fest. Durch das Erreichen des internationalen Geschäfts ist es zudem wahrscheinlicher geworden, dass Nationalspieler Paul Freier (VfL Bochum) bereits im Sommer und nicht erst, wie vertraglich vereinbart, 2005 nach Leverkusen kommt.

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