Calmund: „Erfolg einziges Mittel“
Toppmöller muss weiter zittern

Wenigstens für einen entscheidenden Moment kehrte das Glück zum Krisen-Club Bayer Leverkusen und Trainer Klaus Toppmöller zurück, doch der Arbeitsplatz des 51-Jährigen hängt trotz des Halbfinal-Einzugs im DFB-Pokal weiterhin am seidenen Faden.

HB/dpa UNTERHACHING. "Wir werden die zwei Spiele jetzt "mal laufen lassen", verkündete Manager Reiner Calmund am Mittwochabend, nachdem Torhüter Hans-Jörg Butt dem Vorjahresfinalisten ein zweites "Trauma Unterhaching" erspart hatte.

Einen Tag später bestätigte Calmund, dass Toppmöllers Galgenfrist vorerst weiterhin nur bis zum Bundesliga-Spiel beim VfL Bochum gilt: "Bis Samstag gibt es keine Diskussion", sagte der Bayer-Manager, der zugleich Spekulationen um einen Nachfolger zurückwies: "Wir haben mit keinem einzigen Trainer auch nur ein einziges Wort gesprochen."

Der 5:4-Erfolg im Elfmeterschießen - nach einem 2:2 nach 120 Minuten ohne Klassen-Unterschied zwischen dem Bundesligisten und dem Regionalliga-Spitzenreiter - war zu wenig für ein klares Votum pro Toppmöller. Nur eine Siegesserie kann die Diskussion um den Trainer und mögliche Nachfolger wie Bayers Amateur-Coach Thomas Hörster (46) beenden. "Unser größer Wunsch ist, Erfolg zu haben für den Verein und mit Klaus Toppmöller", sagte Calmund. Aber die Gesetzmäßigkeiten der Branche gelten auch in Leverkusen und für den in der Vorsaison noch gefeierten Trainer. "Erfolg ist das einzige Mittel", so Calmund.

Bei Toppmöller entluden sich der extreme Druck und die Angst um den Job beinahe explosionsartig in dem Moment, als "Matchwinner" Butt nach dem gehaltenen Elfmeter von Darlington Omodiagbe die Nerven behielt und den zehnten und letzten Elfmeter sicher verwandelte. Wie ein 100-m-Läufer stürmte der Coach auf das schneebedeckte Spielfeld und umarmte seine Spieler. "In dieser Phase ist die Art und Weise des Sieges egal", meinte Toppmöller erleichtert. Er betonte zwar, dass "das Persönliche keine Rolle spielt", doch seine Worte waren nichts anderes als Werbung in eigener Sache: "Wir stehen im Halbfinale des Pokals, sind in der Champions League unter den besten 16", zählte er die Positiva auf - und verniedlichte die akute Abstiegsgefahr: "Nur in der Bundesliga rollt es im Moment nicht so."

"Dieses Spiel muss einen Aufbruch erzeugen", forderte Butt. Dass Bayer sich dabei nicht auf den Beginn einer Glückssträhne verlassen darf, bewies nach dem ersten Sieg des Jahres die Halbfinal-Auslosung: Bayern München als Gegner - noch dazu auswärts - trübte die Freude. Das Glück wurde zudem schon gegen Unterhaching strapaziert. Selbst eine zweimalige Führung durch Franca (19.) und Carsten Ramelow (49.) gab Bayer keine Sicherheit. Der Drittligist glich zwei Mal durch Angelo Vaccaro (46.) und Goran Sukalo (63.) aus und war vor 6500 Zuschauern das bessere Team. "Wir haben das Spiel beherrscht", kommentierte Hachings Trainer Wolfgang Frank stolz.

Toppmöller durfte sich bei Butt bedanken. Ausgerechnet Butt, der mit seinem kapitalen Fehler im ersten Spiel nach der Winterpause beim 0:3 gegen Cottbus die Bayer-Krise extrem verschärft hatte. "Ich freue mich, dass Butt nach dem nervlichen Blackout gegen Cottbus heute sagen kann: "Jungs, ich habe Euch das Halbfinale gerettet'", meinte Calmund. Auch Noteinkauf Radoslaw Kaluzny, der für 1,2 Mill. ? aus Cottbus geholt worden war, bescheinigte er ein gelungenes Debüt im defensiven Mittelfeld: "Er war einer der besten Spieler bei uns."

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