Calmund: "Was auf die Stäbe"
Michael Ballack wieder in Leverkusen

Michael Ballack spielt wieder in Leverkusen - aber bei Bayern statt bei Bayer. Der Fußball-Nationalspieler freut sich "ganz besonders" auf das Bundesligaspiel am Samstag in der BayArena, "weil ich in Leverkusen meine bisher beste Zeit hatte".

HB/dpa MÜNCHEN. Und er freut sich auf ein "absolutes Spitzenspiel, denn Bayer ist besser, als es der Tabellenplatz aussagt". Trainer Klaus Toppmöller und seine Mannschaft haben im Kampf um die sportliche Existenz die Punkte dringender nötig als der Klassen-Primus aus München, aber Ballack, der am Donnerstag seinen 26. Geburtstag feierte, wird bei aller Dankbarkeit für seinen früheren Arbeitgeber keine Krisenhilfe leisten.

Bayer Leverkusen, in der Bundesliga auf den 15. Platz abgestürzt und in der Champions League vor dem vorzeitigen "Aus", will aus eigener Kraft das Duell mit dem Rekordmeister gewinnen, das diesmal mehr aus der Krise von Bayer und der Rückkehr von Ballack und Ze Roberto als aus der Rivalität zum FC Bayern seine Brisanz zieht. Im Spiel werde es was "auf die Stäbe" geben, kündigte Bayer-Manager Rainer Calmund an, "wir wollen verhindern, dass der Michael groß auftrumpft". Ballack ausschalten - mit diesem Rezept will Bayer in die Erfolgsspur zurückkehren. Als Antriebsmotor und torgefährlichster Mittelfeldspieler ist der gebürtige Sachse der entscheidende Spieler beim FC Bayern.

Weil er nicht immer nur Zweiter sein wollte, wechselte der "Fußballer des Jahres" nach dreijährigem Gastspiel am Rhein vor dieser Saison für sechs Millionen Euro Ablöse mit seinem Bayer - Kollegen Ze Roberto nach München. Ballack, seit wenigen Tagen zum zweiten Mal Vater, entschied sich für den FC Bayern und gegen Real Madrid. Auch ein angebliches Angebot von Manchester United wird ihn nicht daran hindern, seinen bis 30. Juni 2006 laufenden Vertrag zu erfüllen. In München fühlt sich der Fußball-Millionär wohl, auch wenn alles ein bisschen größer sei als im beschaulichen Leverkusen, "wo auch die großen Erfolge und die vielen Fans fehlten".

Bayern-Manager Uli Hoeneß verfolgt aufmerksam die Entwicklung des neuen Stars. Er freut sich, wenn die Teenies nach dem Training kreischend um Ballack-Autogramme betteln und nebenan im Souvenirshop das Trikot mit der Nummer 13 "wie die Sau" verkauft wird. Fußball- Größen wie Franz Beckenbauer, der Ballack nie gegen Zidane tauschen würde, oder Günter Netzer ("Er ist besser als ich oder Overath") loben den Vize-Weltmeister im Überschwang. Die Medien überschlagen sich mit Superlativen wie der "König der Bundesliga" (Welt), "Ferrari" (FAZ) oder "Nurejew der Bundesliga" (Bild).

Der Gefeierte bleibt ruhig. Hoeneß sieht noch keinen Grund zur Sorge, weil Ballack ein cooler Typ sei. Trainer Ottmar Hitzfeld wünschte ihm zum Geburtstag, dass er "einen Titel gewinnt". Bei Ballack reichte es bisher zu einer deutschen Meisterschaft 1998 mit Kaiserslautern, und bei Bayer in der vorigen Saison nur zu zweiten Plätzen in der Bundesliga, im Pokal und der Champions League. Am Samstag werde er trotz aller Wehmut ("Seinen Abgang haben wir nicht verschmerzt") anständig aufgenommen, versichert Calmund, "weil er sich in Leverkusen große Verdienste erworben hat".

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