Camelot-Aktie steigt
D+S online und Camelot prüfen Zusammenschluss

Die beiden am Neuen Markt gelisteten Unternehmen Camelot Tele.Communication AG aus München und die Hamburger D+S online AG erwägen ihren Zusammenschluss.

Reuters MÜNCHEN. Die beiden am Neuen Markt gelisteten Unternehmen Camelot tele.communication AG aus München und die Hamburger D+S online AG erwägen ihren Zusammenschluss. Beide Firmen hätten sich darauf verständigt, ein strukturiertes Prüfungsverfahren für eine Fusion der Münchener Gruppe mit der D+S über eine Kapitalerhöhung der Hamburger gegen Sacheinlage einzuleiten, teilten die Anbieter von Call Centern und Kundenbetreuung über Telefon und Internet am Dienstag mit. Die Fusion der Konkurrenten wäre der zweite Zusammenschluss zwischen Unternehmen des Neuen Marktes. Die Firmen erwarten sich durch ein gemeinsames Unternehmen mit Sitz in Hamburg weiteres Wachstum. Nach Bekanntgabe der Pläne legte die Camelot-Aktie kräftig zu.

"Wir betrachten das als eine freundliche Übernahme seitens der D+S", sagte D+S-Unternehmenssprecher Jörg Schillinger. Eine Camelot-Sprecherin sagte, es sei zu früh, um weitere Details des Zusammenschlusses bekannt zu geben. Schillinger fügte hinzu, die Unternehmen würden nun erst gegenseitig ihre Finanzen prüfen, bevor über weitere Schritte des Zusammenschlusses entschieden werde. "Wir befinden uns in einem Überprüfungsprozess des Unternehmenswertes, der in zwei Monaten abgeschlossen sein wird. Wir sind zuversichtlich, dass alles passt", sagte Schillinger weiter. Dabei berieten die SEB und die DG Bank die beiden Unternehmen.

Schillinger zufolge ist D+S mit einer Marktkapitalisierung von 42 Millionen Euro der viertgrößte deutsche Call Center-Anbieter, während Camelot mit zwölf Millionen Euro im nationalen Vergleich auf Rang acht liegt. Die bundesweite Marktpräsenz und die Zusammenführung der Stärken im Leistungsportfolio würde die marktführende Position von Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management) und e-Costumer-Care-Dienstleistungen bedeuten, hieß es in der Mitteilung. Zugleich könne die Basis für weiteres Wachstum im internationalen Kontext geschaffen werden.

Die Camelot-Aktie stiegen am Dienstag in einem negativen Marktumfeld in der Spitze um rund 24 Prozent auf 1,80 Euro. Gegen Mittag notierten sie noch mit rund sieben Prozent im Plus bei 1,55 Euro. Die Anteilsscheine der d+s fielen 2,6 Prozent auf 7,42 Euro.

Am Neuen Markt hatten sich im vergangenen Jahr die beiden Technologie-Anbieter MSH und Systematics zusammengeschlossen. Daraufhin hatten Analysten eigentlich eine Welle von Fusionen und Übernahmen auf dem Wachstumsmarkt erwartet. Jetzt äußerten sich die Experten skeptischer. "Die Übernahme wird eher eine Ausnahme bleiben", sagte Stefan Schiesser, Analyst der GZ-Bank in Frankfurt. Viele Firmen seien nicht interessant, weil sie immer noch operativ Verluste schrieben. Auch Angelika Hinz von der SEB Bank sieht Fusionen nicht als Thema im Wachstumssegment. "Am Neuen Markt hält das Management oft große Aktienpakete, was eine Einigung auf eine neue Managementstruktur erschwert", sagte sie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%