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Camping mit der FDP

Wahlkampfzeit ist Reisezeit. Die Liberalen fahren dieses Mal zum Camping. FDP-Chef Guido Westerwelle schwört dabei auf sein elegantes Guidomobil. Sein Partei-Vize Jürgen W. Möllemann hat sich für ein bescheideneres Gefährt entschieden

Wahlkampfzeit ist Reisezeit. Die Liberalen fahren dieses Mal zum Camping. FDP-Chef Guido Westerwelle schwört dabei auf sein elegantes Guidomobil - den Winnebago Elanté 37. Sein Partei-Vize Jürgen W. Möllemann hat sich für einen bescheideneren TEC 655 G auf Mercedes-Basis entschieden.

Leuchtend gelb-blau lackiert ist das Guidomobil ein echter Hingucker. Auch in seinen Dimensionen steht Westerwelles amerikanisches Luxus-Gefährt einer Kanzlerlimousine keinesfalls nach: Das üppig ausgestattete Wohnmobil ist schier endlose 11,50 Meter lang, 2,45 Meter breit und fast drei Meter hoch.

Dank der 230 PS des Elanté 37 gibt die Politgröße Westerwelle auch ordentlich Gas in Richtung der von der FDP angepeilten 18 Prozent. Zwar ist für Westerwelle bei den Grünen-Wählern nichts zu holen - das Guidomobil verbraucht ökologisch nicht tolerierbare 25 Liter Sprit auf 100 Kilometer - doch dank eines 280 Liter-Tanks werden die liberalen Camper trotzdem nicht gleich auf der Strecke bleiben.

Es sei denn, es kommt eine Panne dazwischen. Eine solche verursachte zuletzt Jürgen W. Möllemann. Dieser hatte wohl zu viel Sonne nach dem Wahlerfolg in Nordrhein-Westfalen abbekommen. Der streitbare Westfale war jedenfalls verbal zu schnell gefahren und hatte den FDP-Bus mit seinen Äußerungen zum Nahost-Konflikt fast vor die Wand gesteuert.

Der jüdische Schutzpolizist Michel Friedmann rief ihn daraufhin zur Ordnung. Doch statt einer Entschuldigung sonnte sich Möllemann mit diesem im Rampenlicht um die Wette - und verbrannte sich mächtig. Friedmann meinte daraufhin, Möllemann wolle in jedem Fall braun werden und ordnete ihn in eine politische Urlaubs-Region ein, wo der passionierte Fallschirmspringer sicherlich keine 18-prozentige Punktlandung mit seinen Liberalen machen wird. FDP-Chef Westerwelle schmierte dem Heißsporn zwar noch Sonnencreme ins Gesicht und schickte ihn in den Schatten, doch dessen Kopf kühlte nur langsam ab.

Mittlerweile hat sich Möllemann aber wieder beruhigt und folgt der vorgegebenen Route. Er macht auch nicht mehr soviel Lärm wie sein Chef. Während Westerwelle mit der Zweiton-Fanfare seines Elanté 37 für ein ohrenbetäubendes Getöse sorgt, fährt der Westfale mit seinem Mölli-Mobil - dem TEC 655 G - brav hinterher. Wilde Überholmanöver kann man mit dem kleinen Diesel-Wohnmobil eh vergessen und auch eine Nacht-und-Nebel-Aktion ist ausgeschlossen: Das Guidomobil hat Suchscheinwerfer auf dem Dach.

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