Cap Gemini prüft Investmentgesellschaften
Studie: Risiken müssen besser kontrolliert werden

Bei typischen Investmentrisiken und bei Risiken, die in den internen Firmenstrukturen schlummern, hat das Risikomanagement der Vermögensverwalter Defizite. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsfirma Cap Gemini Ernst & Young in einer Studie.

ina FRANKFURT/M. Anleger, Aufsichtsbehörden und der Gesetzgeber stellen immer höhere Anforderungen an das Risikomanagement der Vermögensverwalter. Das gilt nicht nur für typische Investmentrisiken, sondern auch für Risiken, die in den internen Firmenstrukturen schlummern. Auf beiden Feldern haben die Vermögensverwalter Defizite - insbesondere kleine Firmen und Töchter von Versicherungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsfirma Cap Gemini Ernst & Young in ihrer Studie "Risikomanagement im Asset-Management". Einige Ergebnisse der Untersuchung von 55 Fondsgesellschaften aus deutschsprachigen Ländern werden an dieser Stelle erstmals veröffentlicht.

Intern müssen die Gesellschaften zunehmend stärkere Kursschwankungen an den Märkten berücksichtigen (Investmentrisiken). Außerdem zeigen private und institutionelle Anleger immer größeres Interesse an einer Absicherung gegen Kursverluste. "Auch bei der Mandatsvergabe durch Consultants, die den Institutionellen bei der Auswahl ihrer Vermögensverwalter helfen, spielt die Qualität des Risikomanagements mittlerweile eine große Rolle", sagt Markus Bauer, designierter Leiter des Bereichs Asset-Management bei Cap Gemini.

Parallel dazu verschärfen nationale Gesetzgeber und aufsichtsrechtliche Gremien die Mindestanforderungen an das Management und Controlling der Risiken des Anlagegeschäftes. Bauer sagt: "Unter anderem beabsichtigt die EU-Kommission in Einklang mit Basel II, das heißt den neuen Eigenkapitalregeln für Banken, die Anforderungen an das Management und Controlling bestimmter Risiken auf Asset- Management-Firmen auszudehnen." Hier geht es um Verluste, die beispielsweise durch das Versagen von internen Verfahren, Menschen oder Systemen ausgelöst werden (operationelle Risiken). Ein einfaches Beispiel wäre ein Computerausfall, bei dem die schnelle Verfügbarkeit eines Ausweichsystems gewährleistet sein muss, oder das Ausscheiden wichtiger Personen, dass keine Know-how-Lücke hinterlassen darf.

Laut Bauer hat eine Reihe von Gesellschaften für Risikomanagement "schon viel Geld in die Hand genommen". Aber: "Über die Hälfte der Befragten bescheinigte dem Steuerungsansatz für Investmentrisiken erhebliche interne Akzeptanzprobleme. Das gilt vor allem für die Töchter von Versicherungen."

Auf das von Basel II geforderte System zum Management und Controlling von operationellen Risiken haben zwei Drittel der Befragten noch nicht reagiert. "Kleinere Gesellschaften mit einem Vermögen von unter fünf Milliarden Euro sind deutlich zurückhaltender als große. Auch auf diesem Gebiet haben die Kapitalanlagegesellschaften von Versicherungen Nachholbedarf", sagt Bauer. Das kann die Versicherungstöchter seiner Meinung nach zumindest in einer Übergangsphase im Wettbewerb benachteiligen.

Der Fondsverband BVI beschäftigt sich in einer Arbeitsgruppe ebenfalls mit diesen Themen. "Wir diskutieren in Zusammenhang mit Basel II unter anderem den Aufbau einer Schadensfalldatenbank, die auftretende Schäden aus operationellen Risiken sammeln könnte", sagt ein Verbandssprecher.

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