Capitol wieder geöffnet
Hoffnung für Milzbrand-Patienten in Washington

Für den an Lungen-Milzbrand erkrankten Postangestellten in Washington gibt es Hoffnung. Wie Postminister John Potter am Montag im Sender NBC sagte, ist sein Zustand weiter kritisch, aber stabil. Die Behörden warteten unterdessen mit Spannung auf die Ergebnisse der Milzbrand-Tests bei fünf weiteren Menschen, die Grippe-Symptome gezeigt hatten.

ap WASHINGTON. Mehr als 2200 Postmitarbeiter wurden auf einen möglichen Kontakt mit den Milzbrand-Erregern hin untersucht. Das Capitol in Washington wurde wieder geöffnet, die Bürogebäude von Senat und Repräsentantenhaus blieben aber weiter geschlossen.

Die US-Post schloss zwei Zweigstellen, in denen der an Lungen-Milzbrand Erkrankte gearbeitet hatte. Potter kündigte an, die Sicherheit in den Postverteilzentren werde erhöht. Noch sei unklar, wie der erkrankte Postmitarbeiter in den Kontakt mit den Milzbrand gekommen sei und wieso sich bei ihm die gefährliche Form des Lungen-Milzbrands entwickelt habe. Früher sei das Einatmen von Milzbrand-Erregern in 80 Prozent der Fälle tödlich gewesen, erklärte der Leiter der Bundesgesundheitsbehörde, David Satcher. «Aber das war damals. Heute haben wir andere Möglichkeiten», sagte er im Sender CNN. "Es ist nicht hoffnungslos."

Bei dem Postangestellten handelte es sich um den neunten bestätigten Fall einer Milzbrand-Erkrankung und den dritten mit dem gefährlichen Lungen-Milzbrand, an dem bereits ein Fotojournalist in Florida starb. Die anderen sechs infizierten sich über die Haut und leiden damit an einer weniger gefährlichen und leichter behandelbaren Form der Krankheit.

In New York wurde am Montag das Büro von Gouverneur George Patakis nach fünf Tagen wieder geöffnet, das nach einem ersten positiven Milzbrand-Test geschlossen wurden. Alle folgenden Milzbrand-Test fielen negativ aus.

Unterdessen tauchte auch auf den Bahamas ein offenbar mit Milzbrand-Erregern verseuchter Brief auf. Erste Tests seien positiv ausgefallen, erklärten die Behörden des Karibikstaates am Sonntag. Weitere Untersuchungen der US-Gesundheitsbehörde CDC stünden noch aus. Das Schreiben, aus dem weißes Pulver rieselte, wurde den Angaben zufolge am Dienstag in einem Postamt in Nassau entdeckt. Es sei mit einer inländischen Briefmarke frankiert gewesen. Die Postmitarbeiter wurden vorsichtshalber mit Antibiotika behandelt.

In Dänemark und Finnland wurden am Montag die wichtigsten Postverteilzentren geschlossen, nachdem verdächtiges weißes Pulver aus Briefen ausgetreten war. In Japan wurden 900 Schüler nach Hause geschickt, weil ein mit Pulver gefüllter Brief in ihre Schule geschickt worden war. Auch ein japanisches Regierungsgebäude wurde geschlossen, nachdem auf dem Boden eines Badezimmers verstreutes Pulver entdeckt wurde.

Ermittlungen nach Sprühflug über Mississippi-Booten

Die US-Bundespolizei FBI hat unterdessen Ermittlungen aufgenommen, nachdem ein Flugzeug zwei Boote auf dem Mississippi mit einer noch nicht bekannten Substanz besprüht hatte. Die Besatzung eines Schleppers wurde den Behörden zufolge vorsorglich mit Antibiotika gegen Milzbrand-Infektionen behandelt, nach den Touristen auf einem zweiten Boot wurde noch gesucht. Die Behörden gehen allerdings davon aus, dass es sich bei der verteilten Substanz um ein für Menschen ungefährliches Entlaubungsmittel für Baumwollpflanzen handelt. Von dem Flugzeug fehlt bislang jede Spur.

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