Caravan Salon in Düsseldorf mit über 500 Ausstellern bis zum 2. September
Reisemobilhersteller profitieren vom Trend zum Luxus

Die Deutschen haben die Lust am Camping noch nicht verloren. Insbesondere die Anbieter von Reisemobilen und Caravans freuen sich über einen weiter brummendes Geschäft. "Wir erwarten im laufenden Jahr trotz konjunktureller Flaute, dass wir das in den letzten Jahren erreichte hohe Niveau halten und sogar leicht übertreffen können," sagte Hans-Jürgen Burkert, Präsident des Verbandes Deutscher Wohnwagen- und Wohnmobil-Hersteller (VDWH). Dies sei im Vergleich zur Automobilbranche ein respektables Ergebnis.

agr/ckr DÜSSELDORF. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland für 3,8 Mrd. DM neue Wohnwagen und Reisemobile verkauft - das sind etwa 750 Mill. DM mehr als im Vorjahr. Rund 60 % der unmotorisierten Caravans und 40 % der Reisemobile wurden ins Ausland verkauft. Im ersten Halbjahr verzeichnet der Verband ein Umsatzplus von 3,8 % auf 1,72 Mrd. DM. Für das Gesamtjahr rechnet Burkert mit einem kleinen Wachstum beim Absatz von Reisemobilen. Bei dem konjunkturempfindlicheren Absatz von Caravans erwartet er einen leichten Rückgang.

Allerdings profitiere die Branche von dem Trend zu hochwertigen und luxuriösen Reisemobilen. Mit dem Preisanstieg erklärte Burkert dann auch das Umsatzplus. Nach Schätzungen des Verbandes gab der Käufer - oft zahlungskräftige Senioren - durchschnittlich 96 000 DM für ein Neufahrzeug aus. Im Vorjahr waren es noch 90 000 DM gewesen.

Inklusive Gebrauchtwagen- und Zubehörhandel kommt die Branche auf einen Gesamtumsatz von knapp 8 Mrd. DM. In Deutschland beschäftigen 100 Unternehmen, darunter 38 Hersteller, rund 30 000 Mitarbeiter. Unter den größten Herstellern finden sich Unternehmen wie Hymer, Knaus, Hobby und Eura Mobil. Derzeit fahren rund 600 000 Caravans und 350 000 Reisemobile auf deutschen Straßen.

Burkert räumte ein, dass wegen der lahmenden Konjunktur die Zahl der Neuzulassungen im ersten Halbjahr bei den Reisemobilen mit 1 % auf 13 407 nur leicht angestiegen ist. Bei den Wohnwagen sei die Zahl der Neuzulassungen sogar um 7,5 % auf 16 540 zurückgegangen. "Steigerungsraten von 15 % oder mehr, wie sie die Branche in den Boomjahren 1998 bis 2000 verzeichnet hat, lassen sich nicht jedes Jahr erreichen," sagte der Verbandspräsident.

Stärker als der gewachsen ist der Branchenprimus, die Hymer AG aus Bad Waldsee. Das Smax-Unternehmen verzeichnete im Inland ein Umsatzplus von 16,5 % auf 341 Mill. DM in den letzten elf Monaten, sagte Burkert, der auch Vorstand von Hymer ist. Für das Gesamtjahr erwartet er ein Ergebnis, das über dem Vorjahresergebnis vor Steuern von 26 Mill. DM liegt.

In Europa sehe die Entwicklung für die Reisemobil- und Caravaning-Branche auch gut aus, sagte Hans-Karl Sternberg, Geschäftsführer des VDWH. Im vergangenen Jahr seien in Europa über 52 000 neue Reisemobile und 110 000 Caravans verkauft worden. Der Umsatz der Branche belaufe sich europaweit auf 8 Mrd. DM. Ähnlich wie in Deutschland sei die Entwicklung im Jahr 2001 von einem Rückgang des Absatzes von Caravan und einer leichten Zunahme des Verkaufs von Reisemobilen gekennzeichnet. Doch sei die Entwicklung in den einzelnen Ländern sehr uneinheitlich. Den Anteil deutscher Unternehmen am Gesamtabsatz bezifferte Sternberg auf 55 %. Etwa die Hälfte der Reisemobile komme aus deutschen Werken.

Vom Optimismus in der Branche profitiert der 40. Düsseldorfer Caravan Salon (bis 2. September). Mit 183 000 Quadratmetern (Vorjahr: 175 000) ist er der größte in der Geschichte der Fachmesse. Über 500 Aussteller aus 20 Ländern stellen in Düsseldorf ihre Produkte rund um das Camping aus. Die Messe rechnet mit 150 000 Besuchern.

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