Cardoso sieht Brasilien führen im Umweltschutz
Größtes Regenwald-Naturschutzgebiet der Erde

Brasilien hat kurz vor Beginn des Weltgipfels in Johannesburg das nach eigenen Angaben größte Regenwald-Naturreservat der Erde ausgewiesen. "Der Nationalpark Tumucumaque ist das größte Urwald-Schutzgebiet der Welt", versicherte Staatspräsident Fernando Henrique Cardoso am Donnerstag bei der Unterzeichnung des Gründungsdekrets in Brasilia.

dpa/HB BRASILIA. Das Reservat im nördlichen Bundesland Amapá ist mit einer Fläche von 38 000 Quadratkilometern fast so groß wie die Schweiz. Tumucumaque werde spezifische Gebiete unter anderem für Ökotourismus sowie für Umweltforschung haben, hieß es. Der Nationalpark ist eines der größten noch unerforschten Gebiete der Welt.

Mit der Einweihung von Tumucumaque erhöht sich die Gesamtfläche der Urwald-Schutzgebiete in Brasilien auf 174 500 Quadratkilometer. Das entspricht der Hälfte der Fläche Deutschlands. "Wir Brasilianer haben das Zeug, zu Führern der internationalen Umweltschutzbewegung zu werden", meinte Cardoso, der auch ein Umweltschutz-Gesetzespaket verabschiedete.

"Wir kommen in unserem Bemühen, zehn Prozent des Amazonas-Urwalds in Naturschutzgebiete zu verwandeln, sehr gut voran", meinte der im Januar aus dem Amt scheidende Cardoso. Man sei nicht weit vom Ziel entfernt, benötige für das Vorhaben aber sehr viel Geld. Cardoso sagte, er wolle sein Projekt zum Schutz der Regenwälder auf dem Gipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg vorstellen und dabei um finanzielle Hilfe der reichen Länder, der internationalen Finanzinstitutionen wie Weltbank sowie von Nichtregierungsorganisationen wie dem World Wildlife Fund (WWF) bitten.

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