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Cargolifter ohne konkrete Finanz-Aussage

Der um seine künftige Finanzierung ringende Luftschiffbauer Cargolifter hat auf eine weiter gegebene Wirtschaftlichkeit des Unternehmens verwiesen und für März einen aktuellen Finanzplan angekündigt.

rtr BERLIN. Das Projekt werde sich durchsetzen, da der Bedarf und technische Möglichkeiten vorhanden seien, sagte Firmenchef Carl von Gablenz am Freitag in Berlin. Finanzvorstand Karl Bangert fügte hinzu, Cargolifter mache weiterhin Sinn und sei rentabel. Die derzeitigen Finanzmittel würden über das erste Quartal hinaus ausreichen. Cargolifter hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, staatliche Hilfe beantragen müssen, falls laufende Gespräche über eine alternative Finanzierung erfolglos blieben.

Zur aktuellen Finanzsituation wollte Bangert am Freitag auf einer Pressekonferenz nicht konkret Stellung nehmen. "Wir prüfen die Planung, so wie wir sie immer prüfen," sagte er. Ergebnisse würden der Hauptversammlung am 16. März vorgelegt. Noch gelte der aktuelle Zeitplan. In einer Erklärung hieß es, die derzeitigen liquiden Mittel reichten auf Grund des bereits eingeleiteten Sparkurses bis über das Ende des ersten Quartals hinaus. Bis zum Start der Serienproduktion würden Möglichkeiten zur Finanzierung wie etwa die Beteiligung strategischer Investoren, öffentliche Mittel oder Kredite und Bürgschaften geprüft. Ende Dezember betrug das Bankguthaben den Angaben vom Freitag zufolge 40,3 Mill. ?. Cargolifter benötigt nach eigenen Angaben bis zur geplanten Aufnahme der Serienfertigung des Schwertransporters CL 160 im Jahr 2004/2005 noch rund 290 Mill. ?.

Am 20. Januar hatte von Gablenz in einem Interview gesagt, er halte es für angemessen, wenn die öffentliche Hand sich in der Größenordnung bei Cargolifter engagiere, wie dies bereits private Investoren getan hätten. Diese hätten etwa 300 Mill. ? in Cargolifter investiert. "Cargolifter ist ein Technologieprojekt der Luft- und Raumfahrt, und es gibt keinen Grund, warum wir nicht wie Dornier oder Airbus im üblichen Rahmen gefördert werden können", hatte von Gablenz seine Vorstellungen begründet.

Cargolifter hat nach eigenen Angaben im abgelaufenen Quartal (per Ende November) mit 26,5 Mill. ? 40 % weniger als geplant investiert. Die Verschiebung einer Investition bedeute aber nicht immer einen Zeitverlust für das Kernprojekt, sagte der Firmenchef am Freitag. "Der Bedarf ist da, die Technik ist da. Das Projekt wird sich durchsetzen."

Von Gablenz kündigte zudem an, die Geschäftsfelder wie Entwicklung, Bau und Betrieb des CL 160 auf Bereiche zu erweitern, wo die so genannte "Leichter-als-Luft-Technik" eingesetzt werden könne. Diese Technik beruht auf statischem Auftrieb wie durch Gas und steht im Gegensatz zur "Schwerer-als-Luft-Technik", die Flugzeuge mittels ihrer Triebwerke benutzen. Aufsichtsratsmitglied Bernd-Helmut Kröplin, der sich künftig im Vorstand um die Technologie kümmern soll, nannte als möglichen Einsatz der Luftschiffe etwa die Verkehrsbeobachtung. Vorgesehen als Kröplins Nachfolger im Aufsichtsrat, der auf sechs von drei Mitgliedern erweitert werden soll, ist der Ex-Geschäftsführer des Bereichs Entwicklung der Daimler-Chrysler Aerospace Airbus GmbH, Wolfgang Schneider.

Die Aktie der im MDax gelisteten Cargolifter war am 16. Januar zeitweise mehr als 60 % bis auf 2,04 ? abgesackt, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, auf staatliche Hilfe angewiesen zu sein, falls laufende Gespräche über alternative Finanzierungsmöglichkeiten scheitern sollten. Das Papier hatte sich in den darauf folgenden Tagen wieder etwas erholt. Am Freitagnachmittag notierten die Titel mit 3,97 ? knapp sechs Prozent über ihrem Vortagesschluss.

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