Carmona in Arrest
USA fordern von Chávez Verzicht auf Vergeltung

"Wir fordern alle Venezolaner auf, die Gelegenheit zu nutzen, eine nationale Aussöhnung und einen echten demokratischen Dialog zu fördern", sagte US-Außenamtssprecher Philip Reeker am Montag in Washington.

dpa WASHINGTON/CARACAS. Unterdessen wurde der Vorsitzende des Unternehmerverbandes, Pedro Carmona, in Caracas unter Hausarrest gestellt. Er hatte nach dem Sturz von Chávez am Freitag für einen Tag die Präsidentschaft übernommen.

Ein hochrangiger US-Beamter bestritt am Montag, dass die USA die Gegner von Chávez direkt oder indirekt ermutigt hätten. Er lehnte es auch ab, von einem Militärputsch zu sprechen, da die Militärs den Zivilisten Carmona als Übergangspräsidenten ernannt und nicht selber die Macht übernommen hätten. Chávez hatte seit seiner Wahl vor drei Jahren die USA mit einer pro-kubanischen, nationalistischen Politik und der Unterstützung linker Guerillas in Kolumbien verärgert.

Gegen Carmona laufen in Venezuela jetzt Ermittlungen wegen "militärischer Rebellion" und Amtsanmaßung. Ihm droht eine Haftstrafe zwischen 12 und 14 Jahren. Beim Verlassen des Gerichts in Caracas rief der Unternehmer am Montag die Venezolaner zur Versöhnung auf. Nach seiner Festnahme in der Nacht zum Sonntag sei er "würdig und anständig" behandelt worden, sagte Carmona. Chávez versicherte, Carmona habe seine "verbrieften Rechte".

Trotz der versöhnlichen Worte wuchs die Angst vor Repressalien gegen die Opposition. Anwälte von ranghohen Militärangehörigen, die am Sturz von Chávez am vergangenen Freitag mitgewirkt hatten, erklärten am Montag, der bisherige Heereschef Efrain Vásquez werde mit 20 weiteren ranghohen Offizieren unrechtmäßig festgehalten.

Nach der Rückkehr von Chávez war es am Sonntag zu "Plünderungs- Feiern" seiner Anhänger in Caracas gekommen. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsverbandes CTV, Carlos Ortega, stellte die versöhnliche "Wiederantrittsrede" von Chávez in Frage. Die zivilen Chávez-Anhänger müssten entwaffnet werden, forderte er. In Caracas waren unter anderem Schuhläden und Elektrogeschäfte geplündert sowie Fensterscheiben von Banken zerstört worden.

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