"Cash-Flow im Rahmen der angestrebten Ziele"
Kapitalerhöhung der France Telecom abgelehnt

Die Aktien der France Telecom sind am Dienstag gestiegen, nachdem das französische Finanzministerium eine Kapitalerhöhung des mehrheitlich staatlichen Konzerns abgelehnt hat. An der Pariser Börse legten die Titel von France-Telecom, Hauptaktionär der deutschen Mobilfunkfirma MobilCom, um mehr als sechs Prozent zu.

Reuters PARIS. An den Märkten war zuvor spekuliert worden, der französische Konzern wolle mit frischem Kapital durch die Herausgabe neuer Aktien seinen Schuldenberg reduzieren. Ein Vertreter des Finanzministeriums sagte am Dienstag, France-Telecom-Chef Michel Bon und Finanzminister Francis Mer hätten sich bei einem Treffen gegen eine Kapitalerhöhung ausgesprochen. Sie sei nicht notwendig, da der Cash-Flow des Unternehmens im Rahmen der angestrebten Ziele liege.

Auf der am Abend geplante Hauptversammlung dürfte sich die France-Telecom-Führung nach Einschätzung von Analysten mit unbequeme Fragen konfrontiert sehen, die vor allem die Beteiligung an der deutschen Mobilfunktochter MobilCom betreffen könnten. Sollte France Telecom zur vollständigen Übernahme von MobilCom gezwungen werden, werde sich damit das Schuldenrisiko für France Telecom erhöhen. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen könnte der französische Anbieter dann mit schätzungsweise zwei Milliarden Euro oder 40 Prozent der MobilCom-Schulden belastet werden.

"Wir sind weiterhin in Gesprächen mit allen Banken, um eine Lösung im MobilCom-Problem zu finden, das beiden Seiten gerecht wird", sagte France-Telecom-Sprecher Bruno Janet. Dies heiße, dass die Schulden von MobilCom nicht zu den Schulden von France Telecom hinzugerechnet werden. Gleichzeitig wolle man auch ein Szenario einer möglichen MobilCom-Insolvenz vermeiden.

Mobilcom-Beteiligung geht an Banken

MobilCom-Chef Gerhard Schmid hatte im März angekündigt, seinen 40-prozentigen Anteil an der von ihm gegründeten Firma für 22 Euro je Aktie an ein Bankenkonsortium abzugeben. Den Planungen zufolge sollen die Banken die Beteiligung an France Telecom weiterreichen. Zur Schonung der eigenen Bilanz will der französische Telekomkonzern, der für 2001 mit mehr als acht Milliarden Euro seinen ersten Nettoverlust der Firmengeschichte verzeichnet hatte, erst 2005 die bei den Banken geparkten Mobilcom-Anteile durch Ausgabe von Aktien der Mobilfunktochter Orange erwerben.

Unterdessen hatte das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel angesichts der zwischen den Banken und France Telecom vereinbarten Transaktion signalisiert, dass auch den außenstehenden Anteilseignern ein Kaufangebot zu den gleichen Bedingungen offeriert werden müsste.

MobilCom-Aktien legten am Dienstag im Frankfurter Xetra-Handel in einem kaum veränderten Gesamtmarkt um 5,65 Prozent auf 17,19 Euro zu. Die Aktien der France Telecom stiegen in einem freundlichen Marktumfeld um 7,9 Prozent auf ein vorläufiges Tageshoch von 22,34 Euro, bröckelten im Verlauf aber auf leicht unter 22 Euro ab. Seit einem Hoch im Jahr 2000 war der Aktienkurs um über 90 Prozent eingebrochen. Anleger zweifelten zunehmend an der Fähigkeit des Konzerns, seinen Schuldenberg von 61 Milliarden Euro abzubauen.

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