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Cash für alle

Wagniskapital wird zum globalen Finanzierungsinstrument.

Kapital kennt keine Grenzen - auch Wagniskapital nicht. Die Finanzierungsquelle, die als Treibstoff für den Technologieboom im Silicon Valley berühmt wurde, hat zunächst andere Regionen der USA und dann Europa und Israel erobert. Nun strecken die Fonds, die privates Beteiligungskapital für Unternehmer anbieten, ihre Fühler in alle Erdteile aus. Die aktuelle Rangliste der 20 wichtigsten Wagniskapital-Länder zeigt erstaunliches: auf ihr sind inzwischen alle Kontinente bis auf Afrika vertreten - und die Länder Asiens holen gewaltig auf.

Die unangefochtene Nummer eins in der von dem Venture-Capital-Riesen 3i Group Plc und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers aufgestellten Rangliste bleiben die USA, die nach wie vor mehr als 70% des weltweiten privaten Beteiligungskapitals absorbieren. Auf Europa entfallen 18% auf den Rest der Welt 11%. Doch das wird nicht immer so bleiben. Vor allem Europa dürfte in den kommenden Jahren Marktanteile gewinnen, doch auch Asien entwickelt sich sehr dynamisch.

Hinter den USA stehen mit Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Kanada und Israel Länder auf der Rangliste, die bereits einige Wagniskapital-Tradition haben. Doch auf Rang 8 der Liste folgen schon China/Hongkong und auf Platz 10 Japan. Erstmals unter den Top 20 sind Argentinien und Indien.

Die Globalisierung des Wagniskapital-Gedankens stellt die großen Anbieter privaten Beteiligungskapitals mit ihren Multi-Milliarden-Fonds vor enorme Herausforderungen. Einige europäische und amerikanische Venture-Capitalisten haben bereits erste Investitionen in Asien getätigt. Doch der Weg zu einem globalen Anbieter ist steinig. Schon die Engagements führender US-amerikanischer Kapitalgeber in Europa erweisen sich als weitaus mühsamer, als es diese renommierten Fonds gedacht hatten. Auch umgekehrt haben schon viele Europäer in Amerika Lehrgeld gezahlt. Der Grund: Ein Geschäft, bei dem es so sehr auf persönliche Beziehungen ankommt, lässt sich nur erfolgreich betreiben, wenn man vor Ort fest verankert ist.

Ist das Wagniskapital-Geschäft überhaupt globalisierbar? Sicher nicht, indem amerikanische oder europäische Investoren einfach Investmentmanager nach Singapur oder Buenos Aires entsenden. Erfolgreiche internationale Wagniskapitalgruppen werden nur entstehen, wenn ein großer Anbieter erfahrene Investmentteams in anderen Ländern aufkauft und so einen dezentralen Verbund aufbaut. Wirklichen Nutzen kann ein solcher Verbund aber nur bringen, wenn die regionalen Teams intensiv Erfahrungen austauschen und so die besten Innovationen und Investitionschancen weltweit miteinander vergleichen. Dann kann eine solche Gruppe ein echter Innovationsmotor werden und Spitzenrenditen erwirtschaften. Die nächsten fünf Jahre werden zeigen, ob der Wagniskapitalmarkt einen ähnlichen Weg geht wie das Investmentbankgeschäft - einige wenige globale Markennamen und eine Vielzahl kleiner Spezialisten.

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