Cassano rastet im Training wieder einmal aus
„Reizende“ Stimmung bei den „Azzurri“

Die "Azzurri" sind kurz vor dem Start der Euro 2008 gereizt: Italiens Antonio Cassano hat seinem schlechten Ruf wieder einmal alle Ehre gemacht und im Training die Nerven verloren. Der Unruhestifter beschimpfte einen Mitspieler und wurde wenig später gegen einen weiteren Teamkameraden handgreiflich. Nationaltrainer Roberto Donadoni rief den Stürmer lautstark zur Ordnung.

HB WIEN. Erst hatte der für seine Ausraster gefürchtete Süditaliener Giorgio Chiellini wüst beschimpft, nachdem der nach seinem folgenreichen Foul an Abwehrchef Fabio Cannavaro ohnehin verunsicherte Abwehrspieler ihn mit vollem Einsatz, aber absolut fair attackiert hatte. "Du willst uns wohl alle verletzen", schnauzte er. Offenbar hatte Cassano Angst, dass Chiellini nach Cannavaro nun auch noch ihn verletzen würde. Danach versetzte er selbst Andrea Barzagli einen Schlag, den die "La Gazzetta dello Sport" am Mittwoch als "recht unorthodox" bezeichnete. Ausgerechnet Cannavaro mahnte kaum aus der Narkose aufgewacht daraufhin seine Teamkameraden : "Beruhigt Euch wieder, nur gelassen siegt man."

Cassano gilt seit Jahren als Unruhestifter. Donadonis Vorgänger Marcello Lippi hatte ihn deshalb bei der Nationalmannschaft ausgemustert. Dass Donadoni Cassano überraschend mit zur EM genommen hat, halten einige Experten für ein Risiko. "Ich hätte ihn nicht nominiert", sagte Italiens legendärer Weltmeistertrainer von 1982, Enzo Bearzot, noch Anfang dieser Woche.

Die erfolgreiche Operation des Weltfußballers des Jahres 2006 war der einzige Lichtblick für die Italiener am Mittwoch. In einem halbstündigen Eingriff in einer Wiener Privatklinik flickte Teamarzt Andrea Ferretti die beiden gerissenen Bänder in Cannavaros linkem Sprunggelenk wieder zusammen. Madrids Teamarzt Del Corral war eigens aus Spanien eingeflogen, um bei der Operation des Real-Stars dabei zu sein.

"Er wird drei Monate pausieren müssen", erklärte Professor Ferretti am Mittwochnachmittag in der Klinik. Da übernahm der unverwüstliche Neapolitaner schon wieder die Rolle des Kapitäns und verteidigte Chiellini, der zwar "mit Kraft in die Zweikämpfe, aber immer nur zum Ball" gehe. "Ich bin noch ein bisschen benommen, aber voller Zuversicht", sagte Cannavaro nur fünf Stunden nach seiner Operation.

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