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Castor-Transport rollt nach Unterbrechungen weiter

Auf dem Weg von der deutsch-französischen Grenze zum Bahnhof im nahe gelegenen Wörth in Rheinland-Pfalz wurde der Zug gegen Mitternacht zweimal von Atomkraftgegnern gestoppt, die nach Angaben der Polizei Gleise blockiert hatten.

rtr WÜRZBURG. Auf dem Weg ins Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben hat der seit 1997 erste Castor-Transport mit wieder aufbereitetem Atommüll aus dem französischen La Hague am Dienstagmorgen Würzburg passiert. Unter dem Schutz starker Sicherheitskräfte fuhr der Zug gegen 07.00 Uhr durch die Stadt in Unterfranken in Bayern. Zu Zwischenfällen entlang der Strecke kam es zunächst nicht. Auf dem Weg von der deutsch-französischen Grenze zum Bahnhof im nahe gelegenen Wörth in Rheinland-Pfalz wurde der Zug gegen Mitternacht zweimal von Atomkraftgegnern gestoppt, die nach Angaben der Polizei Gleise blockiert hatten.

Ein Polizeisprecher sagte, dabei seinen 39 Menschen in Gewahrsam genommen worden. 14 von ihnen seien wegen Nötigung und Widerstands angezeigt worden. Bei dem mehrstündigen Aufenthalt in Wörth waren die Lokomotive ausgetauscht und Waggons für Beamte des Bundesgrenzschutzes an den Zug gehängt worden, der sich Angaben der Polizei zufolge mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 80 Kilometer pro Stunde nach Norden bewegte. Über den weiteren Verlauf der Strecke machte die Polizei keine Angaben. Allgemein wurde jedoch davon ausgegangen, dass der Transport über Fulda, Bebra und Göttingen nach Dannenberg führen würde, wo der Zug am Abend erwartet wurde.

In Dannenberg sollen die sechs Behälter mit dem Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken auf Tieflader umgeladen und dann am Mittwoch die restlichen 20 Kilometer zum Zwischenlager Gorleben auf der Straße zurücklegen. In der Region haben Polizei und Grenzschutz 15 000 Beamte zum Schutz der Castoren aufgeboten. Zu Protestaktionen gegen den Castor-Transport und die Atompolitik der rot-grünen Bundesregierung erwarten Bürgerinitiativen gut 10 000 Teilnehmer. Bei ersten Auseinandersetzungen mit Atomkraftgegnern nahm die Polizei nach Angaben eines Sprechers am Montag 186 Menschen in Gewahrsam. Beim letzten Castor-Transport war es 1997 zu Ausschreitungen gekommen.

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