Castro beschimpft Präsidenten als Lakaien
Uruguay bricht diplomatische Beziehungen zu Kuba ab

Auf dem Höhepunkt einer Serie von Vorwürfen und Beleidigungen hat Uruguay die diplomatischen Beziehungen zu Kuba abgebrochen. Präsident Jorge Batlle erklärte am Dienstag in Montevideo, "die Eskalation im Ton" der jüngsten Erklärungen aus Kuba habe Uruguay keine andere Wahl gelassen.

WiWo/ap MONTEVIDEO/HAVANNA. Die Beziehungen blieben so lange unterbrochen, "bis das kubanische Volk in Frieden und Freiheit lebt". Der kubanische Botschafter in Montevideo soll Uruguay binnen 72 Stunden verlassen.

Auslöser der Spannungen ist eine von Uruguay eingebrachte Kuba-Resolution der UN-Menschenrechtskommission in Genf. In der Entschließung, die am Freitag vergangener Woche mit 23 gegen 21 Stimmen angenommen wurde, wird die Regierung in Havanna aufgefordert, ihren Bürgern politische Grundrechte zu gewähren. Außerdem verlangte die Menschenrechtskommission, einem UN-Vertreter die Einreise zu gestatten.

Nahezu alle lateinamerikanischen Staaten in der Menschenrechtskommission stimmten der Entschließung zu und wurden daraufhin von der kubanischen Regierung als "Judas" bezeichnet. Schon vor der Abstimmung in Genf warf der kubanische Außenminister Felipe Perez Roque Uruguay vor, sich mit der Vorlage der Resolution zum Büttel der USA zu machen. Der kubanische Staatschef Fidel Castro beschimpfte Batlle in einer ersten Reaktion auf den Abbruch der Beziehungen als Lakaien.

Batlle wies seinen Außenminister Didier Opertti an, die nötigen Schritte zum Abbruch der Beziehungen zu unternehmen. Nach Angaben von Staatssekretär Guillermo Valles wurde der kubanische Botschafter in Montevideo, Jose Vazquez Portela, zur "Persona non grata" erklärt und aufgefordert, das Land binnen 72 Stunden zu verlassen. Beide Staaten nahmen erst 1986 - nach dem Sturz der Militärdiktatur in Uruguay - formelle Beziehungen auf.

Auch die Beziehungen Kubas zu dem bisher traditionell freundschaftlich gesonnenen Mexiko sind derzeit auf einem Tiefpunkt. Castro hat eine Tonbandaufnahme veröffentlicht, in der er vom mexikanischen Präsidenten Vicente Fox aufgefordert wurde, die UN-Entwicklungskonferenz, die im März in Monterrey stattfand, vor dem Eintreffen von US-Präsident George W. Bush zu verlassen. Dies war zuvor von der mexikanischen Regierung stets betritten worden. Castro verteidigte am Dienstag die Tonbandaufnahme damit, dass Gespräche zwischen Staatsoberhäuptern wichtige Dokumente der Zeitgeschichte seien. Der mexikanische Außenminister Jorge Castaneda warf Castro vor, die Vertraulichkeit politischer Gespräche verletzt zu haben. Ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen wird in Mexiko-Stadt jedoch nicht erwogen.

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