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„Casual Friday“ an der Wall Street

Den "casual friday" ließen New Yorks Indizes am Freitag auch für sich gelten. Nach gewinnbringenden Handelstagen legten die Börsenbarometer zum Wochenschluss eine Verschnaufpause ein. Eine Fülle negativer Quartalsergebnisse und Gewinnmitnahmen belasteten die Märkte am Freitag. Erfreuliche Quartalszahlen bei Microsoft konnten dem Trend keinen Einhalt gebieten. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index schlossen in der Verlustzone.

Anleger können dennoch zufrieden auf eine erfolgreiche Handelswoche zurückblicken. Der technologielastige Nasdaq Index machte in den vergangenen zehn Handelstagen rund 33 Prozent gut und konnte sich damit über den drittgrößten Wochengewinn seiner Geschichte freuen. Der Dow Jones legte in dieser Woche rund fünf Prozent an Wert zu.

Merck sorgt mit pessimistischen Prognosen für das restliche Geschäftsjahr für schlechte Stimmung. Der zweitgrößte Pharmakonzern der Welt konnte die Erwartungen im ersten Quartal zwar erfüllen, merkte aber an, dass es sich bei den vergangenen drei Monaten um die stärksten in diesem Geschäftsjahr gehandelt haben dürfte. Merck führte zum Wochenschluss die Verliererliste des Dow Jones Index an. MedImmune und Amgen notierten ebenfalls im Minus.

Auch die Finanzwerte büßen Punkte ein. Nachdem die überraschte Zinssenkung den Aktien Auftrieb gab, lösen Anleger auch heute einen Teil ihrer Gewinne ein. Die Aktien der Brokerhäuser hatten bereits am Donnerstag durch negative Analystenkommentare von UBS Warbung einen Dämpfer erhalten. J.P. Morgan, Goldman Sachs, Lehman Brothers, Morgan Stanley Dean Witter und Bank of Amerika tendieren schwächer. Auch American Express und die Citigroup büßten an Punkten ein.

Ebenfalls schwächer tendiert der Chipsektor. Enttäuschende Quartalsergebnisse bei Xilinx belasten das Segment. Der Chiphersteller hat die Gewinnerwartungen der Analysten im vergangenen Quartal um drei Cents je Aktie verfehlt. PMC-Sierra konnte Punktgewinne verbuchen, nachdem das Unternehmen die revidierten Gewinnerwartungen erfüllt hatte. Intel, Texas Instruments, Micron Technologies, Xilinx, Advanced Micro Devices und Altera büßten an Wert ein.

Honeywell enttäuschte vor Wochenschluss mit ernüchternden Quartalszahlen. Der Mischkonzern, der von General Electric übernommen wird, verfehlte die Gewinnerwartungen für das vergangene Quartal um satte zwölf Prozent. Das Management begründet die hohe Abweichung mit gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten. Honeywell und General Electric notieren in der Verlustzone.

Die Quartalszahlen bei Nortel Networks sorgten für ähnlich trübe Stimmung. Der Glasfaserkonzern weitete den Verlust in den vergangenen drei Monaten aus. Der Umsatz ging ebenfalls zurück. Während Nortel an Wert verliert, notieren JDS Uniphase und Lucent im Plus.

Positive Nachrichten kamen dagegen aus dem Hause Microsoft. Der Softwaregigant konnte die Erwartungen der Analysten mit einem Gewinn von 44 Cents je Aktie um zwei Cents schlagen. Die Einführung neuer Produkte dürfte Microsoft in diesem und dem kommenden Jahr zugute kommen, schätzt Analyst Rick Sherlund von Goldman Sachs. Das Brokerhaus stufte die Aktien des Softwarekonzerns nach den erfreulichen Quartalszahlen auf "kaufen" auf. Ab dem 31. Mai soll die neue Office XP Software ausgeliefert werden. Im August wird wiederum eine neue Version der Windows Software am Start stehen. Die Aktie dürfte auch davon profitieren, dass Unternehmen im Fiskaljahr 2002 wieder verstärkt ihre Computersysteme aufstufen.

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