Catenhusen erwartet in zehn Jahren erste Zulassungen
Forschungsministerium fördert Entwicklung somatischer Gentherapie

afp BERLIN. Das Bundesforschungsministerium will die Entwicklung der Gentherapie in Deutschland weiter ausbauen. Für die Behandlung beispielsweise von Krebs und vielen Erbkrankheiten eröffne besonders die somatische Gentherapie der Medizin neue Möglichkeiten, sagte der parlamentarische Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen zur Eröffnung eines Fachseminars am Dienstag in Berlin. Bislang habe das Forschungsministerium die Entwicklung der Gentherapie mit 91 Millionen Mark unterstützt. Diese Förderung solle in den nächsten Jahren noch ausgebaut werden, betonte Catenhusen. Bei der so genannten somatischen Gentherapie werden gesunde Gene in die erkrankten Zellen übertragen. Auf diese Weise sollen Krankheiten genetisch "korrigiert" werden. Die erzielte Veränderung oder Heilung ist allerdings nicht vererbbar. Derzeit werden weltweit etwa 4200 Patienten in klinischen Studien gentherapeutisch behandelt, davon sind rund zwei Drittel Krebskranke. Im Vergleich zu vielen herkömmlichen Behandlungsmethoden, die auf Symptome zielen, packe die Gentherapie Krankheiten an der Wurzel, betonte Bernd Gänsbacher, Professor für Onkologie in München. So sei es möglich, auch unheilbare Krankheiten erfolgreich zu behandeln. Die vor zehn Jahren in den USA begonnene Forschung zur Gentherapie befindet sich derzeit noch im Versuchsstadium. In etwa fünf Jahren könnten gentherapeutische Medikamente in den USA zugelassen werden. In Deutschland werden nach Angaben Gänsbachers bis zu 150 Patienten in streng kontrollierten Studien an Universitätskliniken behandelt. Bis die Gentherapie auch in Deutschland zugelassen wird, dürfte es laut Catenhusen noch rund zehn Jahre dauern.

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