Caterpillar und Honeywell ziehen den Dow Jones ins Minus
US-Indizes verlieren

Die US-Märkte starteten mit Kursgewinnen in den Handelstag, drehten dann aber ins Minus. Zur Mittagsstunde hat der Dow Jones Index die Verluste um etwa 100 Punkte oder 1,15 Prozent ausgebaut und notiert bei 8560 Punkten. Der technologie-lastige Nasdaq Index rutscht über 1,7 Prozent in die Verlustzone und notiert bei 1476 Punkten.

Die Analysten von Goldman Sachs haben die Gewinnererwartungen für IBM, EMC und Sun Mircosystems reduziert, da die Attacken vom 11. September sich auf die Quartalsergebnisse der Unternehmen doch schwerer auswirken könnten als zunächst befürchtet. Sun Microsystems verliert im Handel 2,2 Prozent, das Papier von IBM gibt sogar um mehr als 3,3 Prozent nach.

Auch die Dow Jones Schwergewichte Caterpillar und Honeywell ziehen das Börsenbarometer ins Minus. Caterpillar verliert nach einer Abstufung durch die Experten von Brokerhaus UBS Warburg vier Prozent an Wert. Der Kurs für Honeywell bricht gar um fast neun Prozent ein, nachdem das Unternehmen bekanntgegeben hat, dass Entlassungen und Umstrukturierungen nach der Katastrophe des 11. September mit mehr als einer Milliarde Dollar zu Buche schlagen würden.

Unerwartet gute Ergebnisse der Brokerhäuser

Profitieren kann das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte dagegen von den unerwartet guten Geschäftsergebnissen der Brokerhäuser. Nachdem Lehman Brothers am Dienstag bereits die Marke vorlegte, konnten heute auch Goldman Sachs und Bear Stearns mit guten Geschäftszahlen nachlegen. Bear Stearns erwirtschaftete im dritten Quartal einen Gewinn von 95 Cents pro Aktie und übertrifft damit die Gewinnerwartungen der Analysten. Goldman Sachs erzielte ein Ergebnis von 87 Cents pro Papier. Die guten Nachrichten beflügeln auch die Aktien von Citigroup.

Eine der stärksten Branchen ist am Mittag der Gesundheitssektor. Bristol-Meyer-Squibbs legt 2,3 Prozent zu, auch die Aktien von Merck, Glaxo Smith Kline und Pfizer notieren im grünen Terrain. Selbst Mitbewerber Pharmacia, dessen Kurs am Dienstag unter dem Rückruf zweier Diabetesmittel litt, streicht zur Wochenmitte Gewinne ein.

Erfreulich geht es auch im Einzelhandelssektor zu. Nachdem die Sanitär- und Möbelhauskette "Bed Bath and Beyond"gute Geschäftsdaten für das zweite Quartal veröffentlichte, und Analysten von Credit Suisse First Boston und Lehman Brothers die Aktie heraufstuften, legt das Papier über zehn Prozent zu und notiert bei 25,45 Dollar. Die Papiere von Wal Mart und Home Depot gewinnen fast ein Prozent an Wert. Die unerwartet schlechten Quartalszahlen von Micron Technology belasten dagegen den Chipsektor. Der Halbleiterhersteller erwirtschaftete im vierten Quartal einen Verlust von 96 Cents pro Aktie und erhöhte den Fehlbetrag im Vergleich zum Vorquartal um 41 Prozent. Die Ursache für die schlechte Geschäftsentwicklung sei vor allem der immense Preisdruck bei Speicherprodukten. Die Aktie von Micron verliert im Handel fast 15 Prozent an Wert. Doch auch andere Chipwerte geraten unter Druck.

Ölbranche hat mit herben Verlusten zu kämpfen

Unerfreuliche Nachrichten gibt es dagegen bei CMGI. Die Internetholding hat den Verlust im vierten Quartal drastisch auf 3,70 Dollar pro Aktie erhöht. Damit hat das Unternehmen den Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt. Der Umsatz ging um 30 Prozent auf 256 Millionen Dollar zurück. Für das laufende Fiskaljahr, das am 1. August begonnen hat, erwartet CMGI einen Rückgang des Umsatzes um zehn Prozent, bedingt durch Restrukturierungen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen 1,2 Milliarden Dollar erlöst.

Mit herben Verlusten hat erneut die Ölbranche zu kämpfen. Smith International trifft es am härtesten, das Papier verliert fast vier Prozent an Wert. In Wien tagt zur Stunde die Opec. Die Vertreter der ölproduzierenden Staaten diskutieren ihre Preispolitik, bislang aber ohne Ergebnis.

Auch aus Washington gib es am Mittwoch keine stabilisierenden Nachrichten. Zwar scheint nach Äußerungen von US-Präsident George W. Bush ein militärischer Gegenschlag nach den Attentaten des 11. September nicht unmittelbar bevorzustehen, doch wurden erneut 2000 Reservisten eingezogen. Finanzminister Paul O?Neill traf sich am Morgen in New York mit den Vorstandsvorsitzenden von elf Globel Playern. Auf eine konkrete Empfehlung an die Regierung, wie die US-Wirtschaft zu stützen sei, einigte man sich aber nicht. O?Neills Amtsvorgänger Robert Rubin, der am Dienstag mit Notenbankchef Alan Greenspan und Experten des Kongresses zusammengetroffen war, sprach sich am Mittwoch hingegen für kurzfristige Steuersenkungen aus. Damit will man die Güternachfrage stärken und dem geschwundenen Konsumentenvertrauen entgegenwirken.

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