„Cayenne“ vor Einführung ausverkauft
Porsche bremst auf Rekordfahrt

Der Sportwagenbauer Porsche ist in den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 vor der Einführung des neuen Geländesportwagens "Cayenne" beim Umsatz etwas langsamer gewachsen. Von der neuen dritten Baureihe sei die erste Jahresproduktion allerdings schon vor dem offiziellen Verkaufsstart ausverkauft, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Mittwoch in Stuttgart.

Reuters STUTTGART. Der Konzernumsatz sei von August bis November um 3,1 % auf 1,31 Mrd. ? gestiegen, obwohl die Verkaufszahlen stagnierten, teilte der Konzern weiter mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Umsatz noch um 9,8 % gewachsen. Mit seiner dritten Baureihe, dem Cayenne, will Porsche Umsatz und Absatz 2002/03 kräftig steigern. Dabei bekommt der Konzern das eingetrübte Konsumklima auf seinem wichtigsten Markt, den USA, kräftig zu spüren. Dennoch steuere Porsche auf den neunten Rekordgewinn in Folge zu, sagte Wiedeking. Der Verkaufsstart für das neue Modell Cayenne ist am Samstag.

Potenzielle Cayenne-Käufer müssen auf den zwischen 60 000 und 100 000 ? teuren Geländewagen bis weit in den Herbst 2003 hinein warten. "Nach allem, was wir in der Zwischenzeit wissen, haben wir die Jahresproduktion von 25 000 Einheiten bereits fest verkauft", sagte Wiedeking. Weit mehr als 100 000 Kunden hätten "heißes Interesse" am Cayenne geäußert. Die Serienproduktion im neuen Werk in Leipzig hatte im September begonnen.

Die Verkaufszahlen in den ersten vier Monaten hielt Porsche nur mit Hilfe der ersten, an die eigenen Händler ausgelieferten 327 Cayennes konstant bei 14 717 Stück. Während vom teureren und renditeträchtigeren Modell Porsche 911 rund 4,3 % mehr an die Kunden ausgeliefert wurden, ging der Absatz des Boxster um 9,8 % zurück. Bis zum Ende des Geschäftsjahres werde sich dieser Trend umkehren, sagte Wiedeking voraus. Die Überarbeitung soll dem Boxster wieder zu steigenden Verkaufszahlen verhelfen, während der Absatz des 911 zurückgehen werde.

Konjunkturmotor in den USA stottert

Vor allem in den USA, dem größten Markt für Porsche, sieht Wiedeking vorerst keine Wachstumsimpulse: "Die Konjunktur stottert nach wie vor, und die Verbraucher halten sich generell stärker als erwartet zurück", sagte er. Im November schrumpfte der Porsche-Absatz in Nordamerika um neun Prozent.

Der "Cayenne", der auf der gleichen Plattform wie das Schwestermodell VW Touareg in einem neuen Werk in Leipzig gebaut wird, soll Porsche in eine neue Größenordnung wachsen lassen. Spätestens im Geschäftsjahr 2003/04 soll der Absatz der Stuttgarter Sportwagenschmiede damit von gut 50 000 auf mehr als 80 000 steigen. Beobachter erwarten, dass Porsche die Produktion angesichts der rasanten Nachfrage rasch ausbauen wird. In den USA wird der Cayenne im Frühjahr 2003 eingeführt. Frühestens dann will Wiedeking auch über eine vierte Baureihe entscheiden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02 hatte Porsche trotz stagnierender Verkaufszahlen Umsatz und Gewinn in Rekordhöhen getrieben. Der Konzernumsatz legte dank der auf mehr als 32 300 Stück gestiegenen Verkaufszahlen des teureren 911 um 9,4 % auf 4,86 Mrd. ? zu. Das Ergebnis vor Steuern sprang um 40 % auf 828,9 Mill. ?. Mit einer Umsatzrendite von 17 (Vorjahr: 13) Prozent festigte der Sportwagenhersteller seine Position als profitabelster Autobauer der Welt.

Der Kurs der Porsche-Aktien legte in einem behaupteten Marktumfeld um 0,12 % auf 460,55 ? zu.

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