CDU-Chefin will Bedeutung der Beziehungen zu USA betonen
Merkel grenzt sich auf USA-Reise deutlich von Bundesregierung ab

Zu Beginn ihrer USA-Reise hat sich die CDU - Vorsitzende Angela Merkel deutlich vom Kurs der Bundesregierung gegenüber der amerikanischen Administration von Präsident George W. Bush abgegrenzt. Bei einem Abendessen mit hochrangigen amerikanischen Juristen und Wissenschaftlern in Washington warf sie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Dienstag vor, keine Idee von der Zukunft der deutsch-amerikanischen Beziehungen zu haben.

dpa WASHINGTON. Merkel sagte, dies zeige sich unter anderem an seinem "taktischen Verhältnis" zu der geplanten amerikanischen Raketenabwehr. Schröder lehne diese mittlerweile nur deshalb nicht mehr strikt ab, weil er wisse, dass er mit einer gegen die USA gerichteten Haltung in Deutschland keine Mehrheit finde. Sie warf der Regierung auch vor, die Beziehungen zu Russland und den USA mittlerweile gleich zu behandeln.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Volker Rühe, der Merkel begleitet, sprach von "Misstrauen", das der Bundesregierung in Washington derzeit entgegengebracht werde. Merkel will hingegen mit der Visite deutlich machen, dass für die CDU gute Beziehungen zu den USA auch nach der Zeit von Helmut Kohl Grundpfeiler ihrer Politik ist.

Der Antrittsbesuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder bei Bush vor rund einem Monat war von Differenzen in der Klimaschutz-Politik geprägt gewesen. Schröder hatte die amerikanische Haltung deutlich kritisiert, aus dem Klimaschutz-Abkommen von Kyoto aussteigen zu wollen. Auch Merkel sagte, dass sie mit der Position der USA nicht übereinstimme. Sie wolle jedoch dies nicht zu einem zentralen Punkt ihrer Gespräche machen. Es ist Merkels erste große Auslandsreise als Parteichefin.

Am Mittwoch wollte sie mit hochrangigen Vertretern der neuen amerikanischen Administration zusammenkommen. Als prominentester Gesprächspartner war US-Vize-Präsident Richard Cheney vorgesehen. Auf dem Programm von Merkel standen auch Begegnungen mit US-Außenminister Colin Powell und US-Notenbank-Chef Alan Greenspan.

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