CDU-Fachmann rechnet mit Anhebung auf 14 % und mehr
Experten rechnen mit Steigerung der Krankenkassenbeiträge

ap HAMBURG. Die gesetzlichen Krankenkassen werden nach Ansicht mehrerer Gesundheitspolitiker schon bald ihre Beitragssätze erhöhen. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" ist spätestens im kommenden Jahr mit Anhebungen des durchschnittlichen Beitragssatzes von 13,6 % auf 14 % oder mehr zu rechnen. Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Gudrun Schaich-Walch sagte dem Blatt: "Ich rechne damit, dass die eine oder andere Kasse im nächsten Jahr die Beiträge erhöhen wird."

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen, Friedrich Wilhelm Schwartz, rechnet schon nach Weihnachten bei einigen Großkassen mit deutlichen Steigerungen. Grund sei die ungleiche Verteilung der Mittel unter den Versicherern. Der CDU-Sozialexperte Andreas Storm erwartet schon im Herbst erste Beitragserhöhungen. Wenn Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer nicht handele, würden die Beiträge wegen erhöhter Anforderungen an die Kassen 2001 auf durchschnittlich 14 % steigen. "Bei einzelnen Kassen werden die Beiträge noch höher liegen", sagte er dem Blatt. Auch der gesundheitspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Dieter Thomae, rechnet nach eigenen Worten mit höheren Beitragssätzen.

Der Vorstandschef des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen, Wolfgang Schmeinck, sagte zu "Bild am Sonntag", die Versicherer müssten mit erheblichen Mehrbelastungen rechnen. Grund seien die Kürzungen der Kassenbeiträge für Arbeitslosenhilfeempfänger sowie Korrekturen, die das Bundesverfassungsgericht bei der Berechnung des Krankengeldes verlange. Auch die West-Krankenkassen müssten die ostdeutschen Kassen über den bisherigen Ausgleich hinaus mit fünf Mrd. DM unterstützen. "Diese Beiträge werden nicht von allen Kassen ohne Beitragsanhebungen aufzubringen sein", sagte Schmeinck.

Bundesgesundheitsministerin Fischer hatte Anfang des Monats erklärt, sie rechne in diesem Jahr zumindest mit einem ausgeglichenen Ergebnis bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Das im ersten Halbjahr übliche Defizit mit rund 2,47 Mrd. DM sei um ein Viertel niedriger ausgefallen als im Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Beitragssatz der Kassen sei im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht gesunken: von 13,6 % im ersten Halbjahr 1999 auf 13,57 % im ersten Halbjahr 2000.



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