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CDU-Landespolitiker stärken Merkel den Rücken

Nachdem der Zwist durch das gute Wahlergebnis von CSU-Chef Edmund Stoiber in eine neue Runde gegangen war, forderten am Montag etwa der Thüringer Ministerpräsident Bernhard Vogel, der niedersächsische CDU-Chef Christian Wulff sowie der rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Christoph Böhr ein Ende der Kritik an Merkel. Diese forderte ein Festhalten am Plan, die Kandidatenfrage im Frühjahr 2002 zu klären.

ap BERLIN. Böhr sagte der "Bild"-Zeitung: "Wer weiter an Frau Merkel herummäkelt und damit das Geschäft des politischen Gegners betreibt, kann nur die Mentalität eines Kamikaze-Fliegers haben!" CDU-Vize und Kultusministerin in Baden-Württemberg, Annette Schavan, nannte das Verhalten von Teilen der Unionsfraktion im Bundestag, die auf einen Verzicht von Merkel auf die Kanzlerkandidatur dringen, parteischädigend und für Merkel und Stoiber eine Zumutung.

Der Ministerpräsident von Thüringen, Bernhard Vogel, sagte: "CDU und CSU sollten sich nicht vom vereinbarten Vorgehen abbringen lassen." Wulff warf dem CSU-Politiker Horst Seehofer "ein gehöriges Maß an Rücksichtslosigkeit" vor. Er bezog sich auf Seehofers Forderung, Stoiber solle schon frühzeitig als Gegenspieler von Kanzler Gerhard Schröder im Bundestagwahlkampf benannt werden. In der "Berliner Morgenpost" sagte Wulff, dies sei "eine Sichtweise, die einen sensiblen Umgang mit der großen Schwesterpartei vermissen lässt". Auch widerspreche dies der Absprache, erst im kommenden Jahr zu entscheiden.

Merkel sagte im ZDF, sie erwarte "von jedem, auch von den Bundestagsabgeordneten, das man sich an die Beschlüsse hält, alles andere schadet der Partei". Sie werde nicht zulassen, "dass das Gewicht der CDU, die eine große Partei ist, ins Wanken gerät, dass die ganze Statik ins Wanken gerät", sagte Merkel. Im Vordergrund müsse zurzeit die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner stehen, mahnte Merkel an. "Ich bin gewählt worden für eine Erneuerung der CDU, ich bin fest entschlossen, diese Erwartungen ganz deutlich zu erfüllen", sagte die CDU-Vorsitzende.

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