CDU setzt auf die Wirtschaftskompetenz des Unternehmers
Frank Steffel: Jung und polarisierend

Erst vor sechs Wochen war Frank Steffel an die Spitze der Berliner CDU-Fraktion gewählt worden, jetzt führt der 35- Jährige die durch Spenden- und Bankenaffäre schwer gebeutelte Partei als Spitzenkandidat in den Wahlkampf. Dem eloquenten und stets gut gekleideten Jungunternehmer traute der Landesverband am ehesten zu, die CDU wieder zur stärksten Partei in Berlin zu machen.

dpa BERLIN. Steffels Unbekanntheit außerhalb der Hauptstadt soll nun unter dem Slogan "Neue Kraft für Berlin" als Trumpfkarte ausgespielt werden. Die Tatsache, dass Steffel ein Raumausstattungsunternehmen mit 300 Mitarbeitern führt, wird als Ausweis seiner wirtschaftlichen Kompetenz verkauft.

Der CDU-Fraktionschef weist in Interviews darauf hin, dass der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Vergleich zu ihm nie in einem Wirtschaftsunternehmen gearbeitet hat. Für die Sanierung des Milliardendefizits im Haushalt und die Rettung der angeschlagenen Bankgesellschaft Berlin seien das jedoch unverzichtbare Erfahrungen. "Ich habe das Geld nicht ausgegeben, sondern geschaut, wie es in die Kasse kommt."

Überraschend schnell und sicher war der Jungstar der Berliner CDU in die Schuhe seines legendären Vorgängers an der Fraktionsspitze, Klaus Landowsky, geschlüpft. Steffel füllte den Platz bisher ganz im Sinne seines Ziehvaters aus und gab sich vor allem als überzeugter Antikommunist. Und wie Landowsky polarisiert er.

Die Zusammenarbeit des neuen rot-grünen Senates mit der PDS verurteilte Steffel als "linken Putsch und historischen Sündenfall der SPD". Den Sturz des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) bezeichnete er "als schwärzesten Tag für Berlin seit dem Mauerbau". Steffel betont zwar, dass er keinen Rote-Socken-Wahlkampf führen will. Doch malt er immer wieder die Gefahren einer kommunistischen Machtübernahme in Berlin an die Wand.

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