CDU-Spendenaffäre
Koch-Vertrauter Jung will angeblich zurücktreten

Der in der CDU-Spendenaffäre in die Kritik geratene Chef der hessischen Staatskanzlei, Franz-Josef Jung (CDU), steht offenbar kurz vor seinem Rücktritt.

Reuters HILDESHEIM/FRANKFURT. In Kreisen des Unionsfraktionsvorstandes hieß es am Donnerstagmittag, Jung erwäge einen solchen Schritt. Das ZDF berichtete unter Berufung auf Informationen des CDU-Bundesvorstandes, der Rücktritt solle bereits am Nachmittag bekannt gegeben werden. Die Generalsekretärin der hessischen CDU, Otti Geschka, hatte zuvor überraschend für 14.30 Uhr eine Pressekonferenz einberufen.

Der 51-jährige Jung ist einer der engsten Mitarbeiter des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), der seit Monaten wegen der Finanzaffäre seiner Partei unter Druck steht. Jung hatte ähnlich wie Koch stets erklärt, von schwarzen Auslandskonten der Landespartei und dubiosen Finanzpraktiken bis zum Bekanntwerden der Affäre am Jahresanfang nichts gewusst zu haben. Nach den jüngsten Berichten über angeblich dubiose Finanzpraktiken hatte es neue Rücktrittsforderungen gegen Koch und Jung gegeben, die der Ministerpräsident stets zurückgeweisen hatte. Im Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags waren erst am Vortag neue Widersprüche aufgetaucht.

Nach Aussagen eines Wirtschaftsprüfers soll 1987 und somit in der Amtszeit Jungs als hessischer CDU-Generalsekretär ein Betrag von 845 000 Mark von schwarzen Auslandskonten der Landespartei zurückgeflossen sein, der dann auf das Jahr 1986 zurückdatiert worden sein soll. Jung war von 1987 und 1991 Generalsekretär. Während dieser Zeit sollen nach bisherigen Aussagen Kochs nur kleinere Summen von den schwarzen Konten zurückgeflossen sein, die auch Jung als solche nicht erkannt habe.

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