CDU-Spendenaffäre
Schäuble kämpft um seine Ehre

Der einstige Hoffnungsträger der CDU muss heute zum zweiten Mal vor dem Untersuchungsausschuss aussagen.

dpa BERLIN. Am 10. Januar diesen Jahres musste der CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble einräumen, dass er von dem Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber eine Barspende in Höhe von 100 000 DM erhalten hat. Dies war der Anfang vom Ende der politischen Karriere des einstigen Hoffnungsträgers der CDU und des ehemaligen "Kronprinzen" von Helmut Kohl. Im Februar kündigte der 1942 in Freiburg geborene Politiker an, sich sowohl vom Fraktions- wie auch vom CDU-Vorsitz zurückzuziehen.

"Die Krise der CDU darf nicht zur Krise unserer Demokratie werden", mit diesen Worten begründete Schäuble seine Entscheidung. Entnervt von dem Finanzdesaster, Skandalen und dem bissigen Streit mit der einstigen Schatzmeisterin Brigitte Baumeister über die 100 000- Mark-Spende hatte der 1990 vom Geistesgestörten schwer verletzte Schäuble, der seit dieser Zeit auf den Rollstuhl angewiesen ist, das Handtuch geworfen.

Er hatte die Tatsache, Geld von Schreiber angenommen zu haben, sechs Jahre lang verschwiegen, danach im Parlament gelogen und sich anschließend auch noch in einen von der Basis als "widerlich" empfundenen Widerspruch mit Baumeister verwickelt. Am Montag stand er nun zum zweiten Mal vor dem Ausschuss. Er kämpfe um seine Ehre und gegen "Rufmord", sagte er.

Ins Rampenlicht trat er zunächst als Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, danach wechselte Schäuble als Kanzleramtsminister direkt an die Seite seines Mentors Kohl. Als Bundesinnenminister war Schäuble maßgeblich an der Gestaltung des deutsch-deutschen Einigungsvertrages beteiligt. Schäuble wurde im November 1998 als Nachfolger Kohls zum CDU-Vorsitzenden gewählt. Heute sind die beiden tief zerstritten.

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