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CDU und CSU wollen am Fahrplan über Kanzlerkandidatur festhalten

Die Spitzen von CDU und CSU sind trotz aller Spekulationen über die Person des künftigen Kanzlerkandidaten fest entschlossen, diese Frage erst im kommenden Jahr zu beantworten.

dpa MüNCHEN. CSU-Chef Edmund Stoiber sagte am Montag in München, er habe mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel telefoniert. Man sei übereingekommen, beim vereinbarten Zeitplan zu bleiben und im Frühjahr 2002 zu entscheiden. Die erneut aufgeflammte Diskussion um einen Kanzlerkandidaten der Union zur Bundestagswahl 2002 erklärte er für erledigt.

«Jede Diskussion über Personalfragen zur Unzeit ist schädlich», sagte Stoiber. Die Union müsse vielmehr öffentlich klar machen, dass die Bundesregierung für die schlechten Wirtschaftsdaten verantwortlich sei.

Zu Seehofer sagte Stoiber, dieser habe das umstrittene Zitat nicht aktuell geäußert. Er habe dies vielmehr im Anschluss an eine Fernsehsendung vor einigen Wochen getan und nicht damit gerechnet, diese Sätze später in der Presse wiederzufinden. Das Magazin «Focus», das Seehofer zitiert hatte, wies dies am Abend zurück. Das Zitat stamme vom 23. Mai und sei von Seehofer ausdrücklich zur Veröffentlichung freigegeben worden. Seehofer hatte sich entschieden für Stoiber als Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Ohne Merkel zu erwähnen, hatte Seehofer gesagt: «Stoiber ist doch der Einzige, der als Schröder-Gegner überhaupt noch ernst genommen würde.» Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Friedrich Merz setzte sich vor Beginn einer Sitzung der CDU-Führung am Montag in Berlin dafür ein, jetzt die Sachtthemen zu erörtern und mit Personalfragen Zurückhaltung zu üben. Ähnlich äußerte sich auch die Vorsitzende der Jungen Union, Hildegard Müller. Auch der stellvertretende CDU-Vorsitzende Christian Wulff meinte, die Frage werde erst im kommenden Jahr beantwortet.

Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU im Bundestag, Manfred Grund, forderte unterdessen, den Fahrplan der Union zu ändern. Die Parteien sollten sich zügig auf einen Herausforderer für Schröder einigen. Stoiber solle antreten, forderte der Bundestagsabgeordnete.

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