CDU will letztes Ergebnis halten
Große Spannung vor Landtagwahl in Baden-Württemberg

SPD und CDU erwarten das große Duell zwischen dem 61-jährigen CDU-Landesvater Erwin Teufel und seiner Herausforderin, der 31-jährigen SPD-Kandidatin Ute Vogt.

dpa STUTTGART. Baden-Württemberg geht mit großer Spannung in die Landtagswahl an diesem Sonntag: Zumindest SPD und Grüne sehen eine realistische Chance für einen Regierungswechsel in der südwestdeutschen CDU-Hochburg. Dagegen sind CDU-Spitzenkandidat und Ministerpräsident Erwin Teufel und FDP-Frontmann Walter Döring zuversichtlich, ihre Regierungskoalition fortsetzen zu können.

Die CDU will ihr 1996er Ergebnis von 41,3 % zumindest halten. Die FDP strebt an, ihr letztes Landtagswahlergebnis von 9,6 % zu verbessern und diesmal die Zehn-Prozent-Marke zu überspringen. Jüngste Umfragen deuten darauf hin, dass beide Parteien ihre Koalition fortsetzen können.

SPD-Spitzenkandidatin will über 35 % der Stimmen bekommen

Die SPD unter Führung der Spitzenkandidatin Ute Vogt pendelt nach Umfragen zwischen 32 und 37 %. Die vor fünf Jahren auf ihr historisches Tief von 25,1 % abgestürzte Partei hat sich zum Ziel gesetzt, das Landesergebnis bei der Bundestagswahl von 1998 (35,6 %) zu erreichen. Die Grünen, die mit Landtagsfraktionschef Dieter Salomon erstmals einen Spitzenkandidaten gekürt haben, wollen ihr 1996er Ergebnis von 12,1 % wiederholen; nach Umfragen liegen sie aber deutlich unter 10 %. SPD und Grüne setzen auf eine Ampelkoalition mit der FDP.

Eine große Koalition von CDU und SPD, wie sie in Baden-Württemberg von 1992 bis 1996 und von 1966 bis 1972 bereits regierte, erwägt SPD - Landeschefin Vogt nur im Notfall. Sie glaubt, dass Döring sich bei einer entsprechenden Konstellation entgegen seiner Koalitionsaussage für die CDU doch an einer Ampel beteiligt.

Republikaner sollen wieder in das Parlament einziehen können

Den rechtsextremen Republikanern mit ihrem Spitzenkandidaten Rolf Schlierer wird in Umfragen der Wiedereinzug ins Landesparlament vorhergesagt. Seit 1992 ist die rechtsextreme Partei, die 1996 auf 9,1 % der Stimmen kam, einzig in Baden-Württemberg im Landtag vertreten.

Bundespolitisch wird sich zeigen, ob Rot-Grün im Südwesten von der Arbeit der Bundesregierung profitieren kann. Für die CDU sieht die Ausgangslage weniger rosig aus: Landeschef Teufel hatte sich angesichts der Führungskrise in der Spitze der Bundes-CDU vor kurzem über "orkanartigen Gegenwind" aus Berlin beschwert. Das CDU-Plakat "Wir hier zeigen's denen in Berlin" erhielt vor diesem Hintergrund einen durchaus doppeldeutigen Sinn.

Der Stuttgarter Wahlforscher Oskar Gabriel geht wegen des erwartet knappen Wahlausgangs von einer hohen Wahlbeteiligung aus. Das Duell zwischen Amtsinhaber Teufel und seiner Herausforderin Vogt macht die Wahl zusätzlich spannend. Zum Leidwesen der kleinen Parteien richtet sich das Medieninteresse vor allem auf den Kontrast zwischen der jungen Juristin (36) und dem seit 1991 regierenden Landesvater (61). Die Wahlbeteiligung war 1996 mit 67,6 % auf den drittniedrigsten Wert bei Landtagswahlen im Südwesten abgerutscht. Rund 7,4 Mill. Menschen sind zur Wahl aufgerufen.

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