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Ce Consumer setzt auf Integration der Zukäufe

Der Münchener Chip Ce Consumer Electronics AG-Händler will sich nach der drastischen Expansion im vergangenen Jahr nun erst einmal auf die Integration der zugekauften Unternehmen konzentrieren.

Reuters MÜNCHEN. "Das ist unsere Hauptaufgabe in diesem Jahr", sagte Vorstandschef Erich Lejeune am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des weltweit drittgrößten Chip-Brokers in München. Die Pläne für weitere Online-Marktplätze seien nach den gescheiterten Projekten mit der Münchener EM.TV AG und der Berliner Jack White Produktions AG zu den Akten gelegt. Lejeune bestätigte, dass 2001 auf das Unternehmen wegen der schwachen Chipmärkte im schlimmsten Fall eine Halbierung des operativen Ergebnisses auf 12,6 Mill. DM zu kommen könnte.

Ce Consumer hatte im vergangenen Jahr neben den Übernahmen der australischen Alcora Pty und der japanischen ce Nihon Arcom Corp vor allem mit dem Mehrheitserwerb an dem US SND Electronics Inc-Chipbroker einen Wachstumsschub verzeichnet. Die restlichen 49 % von SND will Ce Consumer nun früher als geplant übernehmen. "Wir sind derzeit in Verhandlungen mit SND über den Kauf der restlichen 49 % und rechnen mit einem Abschluss in den nächsten sechs bis acht Wochen", sagte Lejeune. Bisher wollte Ce die vollständige Übernahme erst 2002 vollziehen. Von der Integration des US-Chip-Brokers, der Konzerne wie Hewlett-Packard, Compaq und Nortel zu seinen Kunden zählt, rechnet Lejeune mit Synergieeffekten im einstelligen Millionen-DM-Bereich. Bis zum April seien bereits zwei Mill. DM an Kosteneinsparungen realisiert worden.

Vor allem der schwache US-Markt bereitet Ce Consumer derzeit Sorgen. Wenn dieser nicht bis Ende des Jahres anspringe, dann werde das Unternehmen im laufenden Jahr voraussichtlich nur ein Umsatzplus von 25 % auf 700 (Vorjahr: 556) Milionen DM erreichen. Ein Großteil davon stamme aus der Konsolidierung von SND. "Wir wachsen aber auch im Kerngeschäft", sagte Lejeune. Die ursprünglich schon für dieses Jahr angepeilte Umsatzmilliarde will der Vorstandschef nun im nächsten Jahr "deutlich überspringen". Im "Worst-Case-Szenario" liege die operative Umsatzmarge 2001 bei 1,8 %, was ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 12,6 (Vorjahr: 24,8) Mill. DM ergäbe.

Lejeune rechnet spätestens im nächsten Jahr damit, dass die Nachfrage nach Halbleitern wieder anspringt. "Dann werden wir einen drastischen Sprung in der Ebit-Marge haben", sagte Lejeune. Mittelfristig stebt Ce Consumer früheren Angaben zufolge eine Ebit-Marge von sechs Prozent an.

Dem Auf und Ab der Halbleitermärkte will Ce Consumer auch mit dem Ausbau des Vertriebsgeschäfts entgegnen. Im vergangenen Jahr habe die Sparte Distribution noch acht Prozent vom Umsatz ausgemacht, das Broker-Geschäft 53 %. Inzwischen liege der Umsatzanteil des langfristigen Vertriebsgeschäfts bei rund 45 %. "Wir sind froh, dass wir uns dieses zweite Standbein geschaffen haben", sagte der neue Finanzvorstand Friedrich Rettenberger. So sei Ce Consumer unabhängiger vom zyklischen Halbleitermarkt. Der Chiphandel bleibe aber das Kerngeschäft.

An den Plänen, die Internet-Chipbörse VCE an die Börse zu bringen, hält Ce Consumer fest. "Wir stehen Gewehr bei Fuß", sagte Lejeune. Bei der derzeitigen Marktlage sei ein solcher Schritt allerdings nicht sinnvoll. An der Börse stiegen die Aktien von Ce Consumer um 4,6 % auf 9,78 ?. Im Januar hatten die Aktien noch ein Jahreshoch von 17,40 ? erreicht.

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